Herzraten-Variabilität (HRV): wie voll ist Ihr Stress-Akku?

Herz-Raten-Variabilität: H-R-V. Klingt ganz schön medizinisch und kompliziert, nicht? Und vor allem, was hat das mit chronischem Stress oder gar mit einem Akku zu tun? Sie werden es nicht glauben, aber Ihr Herz verrät Ihnen eine ganze Menge über Ihre persönliche Belastungsgrenze und Stressregulation. Ihre Herzrate (Herzfrequenz) ist wie ein Spiegelbild Ihrer eigenen Stressachse. Die Herzrate wird nämlich direkt von unserem vegetativen NervensystemSyn. für Willentlich nicht beeinflussbares Nervensystem. Steuert lebenswichtige Prozesse wie die Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Körpertemperatur, Blutdruck und Herztätigkeit. Besteht aus Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) sowie dem Darmwandnervensystem. angesteuert und zwar in jeder einzelnen Millisekunde. So steigt in stressigen Situationen nicht nur unsere Herzfrequenz an, sondern auch die Varianz der Zeitabstände zwischen den einzelnen Herzschlägen. Die eben so bezeichnete Herzraten-Variabilität. Ein Zeichen für eine fantastische und gesunde Stressregulation. Visuell vorstellbar wie wilde, lodernde Flammen. Bei vielen chronischen Erkrankungen, bei deren Entstehung Stress eine wesentliche Rolle spielt, erlischt dieses Lebensfeuer nach und nach. Nach den Erfahrungen der Therapeuten zeigen Patienten mit Depression, Diabetes mellitus, Reizdarm, Bluthochdruck, chronischer Erschöpfung bzw. Burnout, Fibromyalgie, Tinnitus, Migräne, chronische unspezifische Rückenschmerzen, Hashimoto Thyreoiditis oder Parkinson in vielen Fällen nur noch kleine flackernde Schwelbrände. Ein klares Alarmsignal für eine erschöpfte Stressregulation. Die Krux aber ist, Daten über Ihre Herzraten-Variabilität sind wertvolle und fantastische Ausgangsinformationen, um gezielte therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können. Maßnahmen gegen Ihre Stresserkrankung! Über die Messung Ihrer HRV haben Sie die einmalige Chance zu lernen, was Sie wirklich stresst, aber auch, was Sie objektiv entspannt. Die Messung der Herzraten-Variabilität ist Ihr Basis-Werkzeug, um effizient aus der Stressfalle rauszukommen. Und das völlig schmerzfrei und unblutig!

In folgendem Beitrag erfahren Sie, warum Ihr Herzschlag und seine Varianz das Ebenbild Ihres Stressmanagements sind. Sie begreifen was und wie genau gemessen wird und wie Sie das Wissen über Ihre HRV effektiv für sich und gegen Ihre chronische Erkrankung einsetzen können.

Herzraten-Variabilität (HRV): wie voll ist Ihr Stress-Akku?

Das Autonome Nervensystem: Taktgeber für Stress und Erholung

Nüchtern betrachtet ist Stress (genauer gesagt negativer Stress bzw. Disstress) ein hormoneller und biochemischer Zustand, der den Körper richtig viel Energie kostet. Aus evolutionsbiologischer Sicht bereiten wir uns auf das nackte Überleben vor. Begegnen wir beispielsweise plötzlich einem Wollnashorn, lautet „Kampf oder Flucht“ die Devise. Gut, zugegeben, Wollnashörner und Mammuts sind schon seit ein paar tausend Jahren ausgestorben. In der heutigen Zeit sind es aber ganz andere Stressfaktoren, die unser Stresssystem beschäftigen, und das leider wesentlich heimtückischer. Psychosozialer Stress wie Existenzängste, Perfektionismus, Druck auf der Arbeit oder problematische Beziehungen und Streitgespräche. Aber auch extreme körperliche Aktivität (z. B. Leistungssport), Schlafmangel und schlechte Schlafqualität, Computer, Handy und Fernsehen, elektrisches Licht, Umwelt- und Genussgifte, Alkohol oder Krankheitszustände (z. B. Entzündungen oder Infekte) spielen aktuell eine richtig große Rolle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress sogar zu „einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt . Wie funktioniert dieses Stresssystem? Dazu müssen Sie wissen, dass chronischer Stress unterm Strich die gleichen biochemischen Prozesse im Körper angeheizt, wie die Begegnung mit einem Wollnashorn. Vielleicht weniger stark, dafür aber latent und unterschwellig. Unser Körper kann sich zwischen den Stressreaktionen dann nicht mehr erholen. Das Stresssystem erschöpft. Betrachten Sie das Phänomen Stress einmal ganz nüchtern: Stressreaktion und die anschließende Regeneration sind im Grunde nichts anderes als kluge körpereigene Regulationsvorgänge. Unser Organismus passt sich auf diese Art und Weise situationsgerecht auf aktuelle, vor allem äußere Gegebenheiten an. Wenn nötig, stellt er in Sekundenschnelle notwendige Energie- und Sauerstoffreserven bereit, die er in Phasen der Ruhe und Regeneration dann wieder auffüllt. So ähnlich wie bei einem Akku, sagen wir doch Lebensakku.

Bei gesunder Stressregulation passt sich unser Organismus ständig wechselnden Anforderungen an

Sie wollen wissen, was sich genau hinter dem Begriff „Stress“ verbirgt? Unser Beitrag „Was bedeutet eigentlich Stress?“ kann Ihnen hier gedanklich weiterhelfen.

Wie macht der Körper das genau und warum bekommen wir davon so wenig mit? Dafür hat er ein zentrales Nervensystem, das wir nur schwer aktiv beeinflussen können. Es arbeitet eigenständig und wird daher autonomes oder vegetatives NervensystemSyn. für Willentlich nicht beeinflussbares Nervensystem. Steuert lebenswichtige Prozesse wie die Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Körpertemperatur, Blutdruck und Herztätigkeit. Besteht aus Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) sowie dem Darmwandnervensystem. genannt. Es hat seinen Ursprung in Nervenkerngebieten des Groß-, Mittel- und Stammhirns sowie im Rückenmark. Also dort, wo eintreffende Reize verarbeitet werden. Ein Stress-anstoßendes Signal wird quasi simultan über ein riesiges Netzwerk von Nervenbahnen weitergeleitet und kommt augenblicklich in Form von HormonenSignal- und Botenstoff für die Kommunikation zwischen Organen und Zellen und Überträgersubstanzen (z. B. Adrenalin, Noradrenalin oder Acetylcholin) in jedem Organ und in jeder einzelnen Körperzelle an. Der Stressreiz verteilt sich wie ein Atompilz innerhalb von Millisekunden in Ihrem Körper.

Es ist der Reiz oder eben der fehlende Reiz der entscheidet, ob vermehrt die aktivierenden Nervenbahnen (der SympathikusAktivierender Teil des Autonomen Nervensystems) oder der bremsende Teil des Nervensystems (der ParasympathikusTeil des Autonomen Nervensystems (Erholungsnev)) aktiv sind. Stellen Sie sich das so vor: jedes Organ und jede Zelle bekommt in jeder einzelnen Millisekunde sowohl vom Sympathikus als auch vom Parasympathikus Informationen, wie viel oder wenig es arbeiten soll. Auf die Art und Weise können Hunger, Stuhl- oder Harndrang oder Sexualität in stressigen Phasen völlig unterdrückt werden, während Muskeln, Gehirn und Herz die volle Leistung zeigen. Fantastisch, oder? Sie sind leistungsfähig in jeder Situation und, ohne dass Sie großartig etwas von dem Anpassungsvorgang merken. Tagsüber sind Sie aktiv, er gebührt also physiologischEntsprechend den normalen Abläufen und Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Gegenteil von Pathologisch = krankhaft dem SympathikusAktivierender Teil des Autonomen Nervensystems, in der Nacht übernimmt v. a. der ParasympathikusTeil des Autonomen Nervensystems (Erholungsnev). Sie regenerieren, erholen und entgiften.

Nochmal für Sie im Überblick:

  • Sympathikus (= Leistungsnerv): Aktivität, Energiebereitstellung
  • Parasympathikus: (= Erholungsnerv): Erholung, Regeneration, Entgiftung

Stress-Akku leer: wenn der Parasympathikus müde wird

Was genau ist dieser Parasympathikus eigentlich und warum ist er in der heutigen Zeit so wichtig? Zugegeben, die Bezeichnung Parasympathikus („Para“ griech: neben, bei, gegen) ist aus moderner Sicht definitiv eine ungeschickte Wortwahl. Der Parasympathikus ist nämlich weder anatomisch noch funktionell als Anhängsel des Sympathikus anzusehen. Im Gegenteil:

der Parasympathikus arbeitet unabhängig und ist dem Sympathikus im gesunden Zustand absolut ebenbürtig!

Halten Sie sich bitte an dieser Stelle vor Augen: weder der Sympathikus noch der Parasympathikus übernehmen in irgendeiner Situation zu 100 Prozent das Ruder. Beide Teile des vegetativen Nervensystems zapfen Ihren Stress-Akku über ein eigenes Kabel an. Bildhaft gesprochen, der Sympathikus zieht dauernd Strom (wie eine Glühbirne), der Parasympathikus lädt ständig auf (wie ein Dynamo oder ein Windrad). Die stets unterschiedliche Aktivität der beiden „Player“, lässt den Akkustand quasi immer leicht schwanken. Bestenfalls steigt der Stress-Akku in der Nacht bis auf einhundert Prozent und sinkt tagsüber niemals auf null. Mit dem Alter pendelt sich der Pegel auf einem niedrigeren Level ein, unsere Regulationsfähigkeit wird schwächer, wir sind weniger stressresistent und brauchen mehr Erholungs- und Regenerationsphasen. Es leuchtet Ihnen sicherlich ein, dass der Akkustand auf ein ungesundes Niveau steigt bzw. fällt, sobald entweder Sym- oder Parasympathikus zu kurz kommen. Und Sie brauchen auch bestimmt nicht lange zu raten, welcher der beiden in der heutigen Zeit den Kürzeren zieht, oder? Glasklar, es ist unser Ruhe- und Erholungsnerv, der Parasympathikus. Durch die Erfindung des elektrischen Lichts halten wir uns nicht mehr an den physiologischenEntsprechend den normalen Abläufen und Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Gegenteil von Pathologisch = krankhaft Tag-Nacht-Rhythmus, schlafen zu wenig, haben durch Fernseh- und Handy-Konsum (v. a. am Abend) eine schlechtere Schlafqualität, leben in Städten, wo wir ständigem Lärm ausgesetzt sind, gönnen uns im Verhältnis zu unserem stressigen Alltag zu wenig bewusste Ruhephasen. Der zehnte Hirnnerv, der Nervus vagus oder Vagusnerv (lat. vagari: umherschweifen, vagabundieren), ist der größte Hirnnerv des parasympathischen Nervensystems. Seine verzweigten Äste ziehen durch den gesamten Brustkorb und durch große Teile des Bauchraums. Dort versorgt der Vagusnerv Herz, Lunge, Speiseröhre, Verdauungsorgane und Nieren. Zustände, in denen unser Körper hauptsächlich vom Parasympathikus beeinflusst wird (z. B. im Schlaf), werden im Fachjargon deshalb gerne als Vagotonus bezeichnet.

Patienten mit chronischen Erkrankungen bei denen chronischer Stress eine wesentliche Rolle spielt, zeigen in vielen Fällen eine überaktive Stressachse mit deutlicher Sympathikus-Betonung (Sympathikotonie)

In der Kurzfassung: Stress und Vegetatives Nervensystem

  • Stress bedeutet: Energiebündelung bzw. Energieverschiebung, weg von nicht überlebensnotwendigen Prozessen wie Verdauung, Immunsystem oder Sexualität, hin zu maximaler Sauerstoffversorgung, Gehirnaktivität und Muskelversorgung
  • Jedes Organ und jede Zelle werden gleichzeitig und autonom von Sympathikus (Leistungsverv) sowie Parasympathikus (Ruhe- und Regenerationsnerv) beeinflusst
  • Personen mit einer sehr guten Stressregulation haben genug Ressourcen, um stressigen Situationen die Stirn bieten zu können. Nach einer ausgeprägten sympathischen Phase (Sympathikotonus), wird verstärkt der Parasympathikus aktiviert, der dafür sorgt, dass Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin im Körper effektiv abgebaut werden. Eine starke parasymapthische Aktivität in der Nacht lässt mehrere Tiefschlafphasen zu, in der wir besonders gut regenerieren (Vagotonus).
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, bei denen Stress eine große Bedeutung hat, zeigen zu wenig parasympathische Aktivität und ein erschöpftes Stresssystem, dafür aber einen ausgeprägten Sympathikotonus. Ihre Akkuleistung ist deutlich gemindert, sie können nachts nur noch unzureichend aufladen oder verbraten ihre vorhandene Energie tagsüber bereits in einer einzigen sympathikotonen (stressigen) Phase.

Das Herz: Spiegelbild unseres Stresslevels

Ein Organ das direkt, quasi in Echtzeit, von Sympathikus und Parasympathikus beeinflusst wird, ist unser Herz. Genauer gesagt unsere Herzfrequenz und deren Variabilität, die Herzratenvariabilität. 

Unser Herz ist das Ebenbild unseres Stresslevels, unserer Stress-Regulationsfähigkeit und unseres Stressmanagements

Jetzt in dieser Sekunde, in der Sie diesen Text lesen, könnte Ihre Herzfrequenz Ihnen einen Hinweis geben, wie hoch Ihr tatsächliches Stresslevel ist. Wollen wir nicht hoffen, dass es zu hoch ist! Der beachtliche Einfluss des vegetativen Nervensystems auf unsere Herzfrequenz lässt sich sehr schön bei der Transplantation eines Spenderorgans nachvollziehen. Ein Herz-Transplantat, das von seinem Spender (und damit vom autonomen Nervensystem) entkoppelt, wurde, schlägt konstant mit 100 Schlägen pro Minute (100 beats per minute: bpm). Erst nach erfolgreicher Transplantation und Wiederkopplung an das autonome Nervensystem bringt der Parasympathikus das Herz auf ein gesundes, ökonomisches Level von 50 – 70 Schlägen pro Minute.

Aber warum nehmen wir für die Stress-Messung ausgerechnet das Herz und nicht beispielsweise die Nieren, die Milz oder gar die Stresshormone? Stimmt, die Bestimmung von Hormonen wie Adrenalin und Noradrenalin oder Cortisol ist bei Patienten mit chronischen Erkrankungen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Laboranalytik. Ihr Therapeut kann auf diese Art und Weise die biochemische Stoffwechsellage, also die Folgen Ihrer belasteten Stressachse, besser einschätzen und Ihre Nährstofftherapie entsprechend anpassen. Einen schönen Überblick zum Thema Stress und Stressachse bekommen Sie im Artikel „Wie Dauerstress zu einer chronischen Erkrankung wird“.

Die Messung der Herzfrequenz und Herzratenvariabiltät (HRV) hat aber viele, andere Vorteile:

  1. Sie können Stress direkt an der Körperoberfläche messen
  2. Langzeitmessungen geben Ihren Alltag situationsgerecht wieder
  3. Sie lernen Ihren Parasymapthikus durch individuelle Maßnahmen zu stärken
  4. Die Methode ist auf Dauer wesentlich günstiger und dient der gezielten physischen und psychischen Therapielenkung
  5. Die HRV-Messung kann auch in der Prävention genutzt werden

 

Im Unterschied zu anderen Organen schlägt sich die Arbeit von Sympathikus und Parasympathikus beim Herzen in unterschiedlichen Spannungszuständen nieder. Jeder Kontraktion des Herzmuskels geht eine elektrische Erregung voraus. Die Erregung wird von zentralen Schrittmacherzellen (SinusknotenPrimäres Schrittmacherzentrum des Herzens. Elektrischer Taktgeber der Erregungsbildung am Herzen. 3 mm dicke und 10 mm lange Struktur aus bestimmten Herzmuskelzellen im rechten Vorhof ) im rechten Vorhof gebildet und breitet sich über einen weiteren zentralen Erregungspunkt (AV-KnotenAbk. für Atrioventrikularknoten. Sekundäres Schrittmacherzentrum. 5 mm lange, 3 mm breite und 1 mm dicke Struktur im rechten Herzvorhof an der Basis des Herzscheidewand. Der AV-Knoten reguliert die Reizübertragung in die Herzkammern) in Richtung Herzspitze und Kammermuskulatur aus. Damit sich die Kammer effektiv zusammenziehen kann, muss die Erregung sehr rasch weitergeleitet werden. Nur im AV-Knoten wird die Erregung etwas verzögert. Das ist notwendig, damit sich erst der Vorhof und dann die Kammern kontrahieren. Dieser geniale Mechanismus bewirkt, dass die Kammer zunächst noch stärker mit Blut gefüllt wird, ehe sie sich zusammenzieht und das Blut in Pumpstößen in den Kreislauf auswirft. Und genau da setzen Sympathikus und Parasympathikus an.

Das vegetative Nervensystem nimmt sowohl Einfluss auf die Herzfrequenz, auf die Kontraktionskraft, als auch auf die Geschwindigkeit der Erregungsleitung am Herzen.

Variabilität der Herzrate: Lodert das Lebensfeuer noch?

Die Höhe der Herzfrequenz ist ein Indikator dafür, wie sehr unsere Stressachse in der momentanen Situation aktiviert ist. Allerdings nur dann, wenn wir unsere Herzfrequenz in absoluter Entspannung kennen und so direkt vergleichen können. Was wir aber allein an der Herzfrequenz nicht ablesen können, ist die Effektivität unseres Vegetativen Nervensystems. Also wie schnell Sympathikus und Parasympathikus reagieren können und folglich, wie effektiv sich unser Organismus an äußere Bedingungen anpassen kann. Das aber ist genau die Information, die entscheidend ist, wenn wir eine gut trainierten von einer schlechten Stress-Regulationsfähigkeit differenzieren wollen.

Je besser und schneller sich Ihr Körper an veränderte Bedingungen anpassen kann, desto effektiver ist Ihre Stressresistenz und somit Ihre Belastbarkeit.

Denken Sie an dieser Stelle doch noch einmal an den Akku zurück und übertragen Sie das Bild auf Ihr Handy. Sicherlich wird Ihnen einleuchten, dass Sie wesentlich effektiver arbeiten können, wenn Ihr Handy-Akku über eine Schnellladefunktion verfügt, vor allem wenn Sie ihn regelmäßig leer telefonieren. Sie haben ein definitives Problem, wenn der nächste Geschäftskunde in der Leitung hängt und Ihre Ladefähigkeit mickrige 1 Prozent in 5 Minuten beträgt.

Aber wie können wir die Effektivität unseres vegetativen Nervensystems (also unsere Ladefähigkeit) dann herausfinden? Eigentlich liegt es auf der Hand. Wir müssen uns die Zeitvarianzen zwischen den einzelnen Herzschlägen ansehen. Moment, Zeitvarianzen? Schlägt das Herz nicht automatisch in einem bestimmten Rhythmus, so ähnlich wie ein Metronom? Weit gefehlt, bei einem ausgezeichneten Stresssystem variiert der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Herzschlägen. Und zwar je mehr, desto besser! Denken Sie wieder an die Metapher Lebensfeuer. Je mehr das Feuer lodert, desto gesünder sind wir, zumindest stresstechnisch. Bereits die alten Chinesen, die sehr viel Wert auf die Beurteilung des Pulses ihrer Patienten legten (Pulsdiagnostik), erkannten die Bedeutung dieser leichten Variationen im Herzschlag. Der Arzt Wang Shu-Ho (180 – 270 n. Chr.) drückte das Phänomen ziemlich passend aus: „Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von 4 Tagen sterben“

Diese ständige Anpassung der Herzfrequenz an die Anforderungen des Gesamtorganismus wird Herzratenvariabilität (HRV) genannt. Die HRV bewegt sich im Millisekundenbereich. Sie ist in Ruhe oder bei körperlicher Anstrengung ein direktes Maß für die Effektivität Ihres vegetativen Nervensystems! Bei Patienten mit typischen Stress-assoziierten Erkrankungen wie chronische Erschöpfung, Diabetes mellitus, Koronare Herzerkrankung, neurodegenerativen Erkrankungen sehen Biologische Mediziner oftmals eine regelrechte Regulationsstarre. Das Lebensfeuer solcher Patienten lodert nicht mehr, es flackert allenfalls noch. Die zeitliche Variabilität zwischen den einzelnen Herzschlägen ist bei solchen Patienten vergleichsweise marginal.

Die Herzraten-Variabliltät (HRV) ist das exakte Ebenbild Ihrer Stress-Regulationsfähigkeit. Man könnte sogar sagen, die Variabilität des Herzschlages ist ein globaler Indikator für den psychischen und physischen Zustand des Menschen.

 

Zur besseren Veranschaulichung wird die Intensität der HRV für Patienten in einem Diagramm gerne farblich abgehoben. Das sieht dann so ähnlich aus wie bei einer Gasflamme. Der blaue Bereich (hellblau, blau, mittelblau) bedeutet hohe Varianz und gute Regulationsfähigkeit, während der gelb-weiße Bereich eher einen leeren Akku und Regulationsstarre indiziert. Und jetzt verstehen Sie auch woher die Metapher mit dem Lebensfeuer rührt. Je intensiver die Farben in Ihrem Lebensfeuer, desto kräftiger sieht die Flamme aus und desto stärker ist Ihr Stressmanagement.

Fassen wir noch einmal zusammen:

Je größer die durchschnittliche Variabilität Ihrer Herzfrequenz (HRV) zwischen den einzelnen Herzschlägen ist, desto besser arbeitet Ihr Parasympathikus und desto stressresistenter sind Sie.

Wie genau werden Herzfrequenz und HRV gemessen?

Das große Potenzial der HRV als stresssensibler Marker wurde bereits in den sechziger Jahren mit der Einführung der Kardiotokografie (CTG) zur Überwachung des fetalen Herzschlages erkannt. Die Erregungsausbreitung und Spannungsänderungen am Herzen sind mittels Elektrokardiografie (EKG) über die Körperoberfläche möglich. Die Projektionsströme werden i. d. R. im linken Brustkorb über Elektroden an wenigstens zwei Ableitungspunkten bestimmt. Ein Haftgel stellt die notwendige Kopplung der Messelektronik mit der Haut her. Das Gerät misst die Zeit zwischen den einzelnen Herzschlägen (also von Herz-Kontraktion zu Herz-Kontraktion). Möglicherweise kennen Sie das charakteristische Monitor-Bild eines Elektrokardiogramms aus dem Krankenhaus oder von einschlägigen Arztserien. Aber keine Angst, Sie müssen für eine HRV-Messung nicht stundenlang an einen Monitor angehängt werden. Für Langzeitmessungen gibt es mittlerweile sehr moderne und mobile Geräte, die kaum sichtbar sind.

Wie genau entstehen eigentlich diese EKG-Zacken? Die Herz-Schrittmacherzellen, die in Zentren gebündelt sind (z. B. SinusknotenPrimäres Schrittmacherzentrum des Herzens. Elektrischer Taktgeber der Erregungsbildung am Herzen. 3 mm dicke und 10 mm lange Struktur aus bestimmten Herzmuskelzellen im rechten Vorhof , AV-KnotenAbk. für Atrioventrikularknoten. Sekundäres Schrittmacherzentrum. 5 mm lange, 3 mm breite und 1 mm dicke Struktur im rechten Herzvorhof an der Basis des Herzscheidewand. Der AV-Knoten reguliert die Reizübertragung in die Herzkammern), depolarisierenSyn. für Entladung. Kurzzeitiger Umkehrung des Ladungsunterschiedes zwischen den beiden Seiten einer biologischen Membran. Das Membranpotential entsteht aufgrund von unterschiedlichen Ionenkonzentrationen auf beiden Seiten der Membran und repolarisierenWiederherstellung des Ruhepotentials einer Zelle durch Umverteilung von Ionen an der Zellmembran. Die Repolarisation ist ein physiologischer Prozess, der auf die Depolarisation folgt (ändern Ihre Ladungszustände) nach einem definierten hierarchischen Prinzip. Dies geschieht in Abhängigkeit von der Menge an Calcium-Ionen, die über bestimmte Kanäle wellenförmig in die Zellen einströmen. Die elektrische Erregung breitet sich über die Schrittmacherzentren rhythmisch vom Herzvorhof (P) auf die Herzkammer aus (Q), bis das Herz schließlich kontrahiert (R). Bis zur nächsten elektrischen Erregung muss das System regenerieren, die Calcium-Ionen werden wieder aus den Schrittmacherzellen ausgeschleust. Ein Zacken wird im Fachjargon dann als QRS-Komplex bezeichnet. In Ruhe geschieht dies ca. 60 mal pro Minute. Grafisch werden diese Potenzialdifferenzen dann gegen die Zeit aufgetragen. Die berühmte EKG-Visualisierung des Herzschlages, die Sie kennen. Bei der HRV-Messung liegt der Fokus nun allerdings auf der zusätzlichen Bestimmung der Zeitabstände zwischen einzelnen Herzschlägen (R-R-Intervall). Herzfrequenz (in Hz) oder Puls (in bpm), Messzeit und die zeitliche Varianz zwischen den einzelnen Herzschlägen (Power in Millisekunden zum Quadrat: ms²) werden anschließend in einem gemeinsamen Diagramm ausgewertet.

Die Herzraten-Variabilität (HRV) basiert auf der Messung der Folgeabstände zwischen zwei R-Zacken im EKG

Messung und grafische Darstellung der Herzraten-Variabilität

Welche Aussagekraft besitzen Puls-basierte Messungen?

Die HRV-Messung begeistert jenseits von medizinischen Zwecken seit Jahren die Sportwelt. Leistungssportler trainieren schon lange in Abhängigkeit ihrer tagesaktuellen HRV. Deshalb haben mittlerweile auch einige Pulsuhren- und Smartphone-hersteller entsprechende Funktionen integriert. Warum schauen Sie nicht einmal nach? Ist das sinnvoll und wo liegen die Unterschiede zu einer EKG-gestützten Messung? Durch den rhythmischen Ausstoß des Blutes aus der linken Herzkammer entsteht eine Pulswelle, die sich über das Blut und die Gefäßwand fortsetzt. Die Pulsmessung ist Ihnen sicherlich ein Begriff. Der Puls kann am Handgelenk oder am Fuß getastet werden. Er gibt indirekt einen Hinweis auf Ihre Herzfrequenz. Der Puls entspricht aber nicht immer automatisch der Herzfrequenz! Wenn Sie den Puls fühlen, spüren Sie die Druckwelle des ausgeworfenen Blutes. Physiologisch können beispielsweise auch zusätzliche Herzschläge (ExtrasystolenHerzaktion, die außerhalb des normalen Sinusrhythmus auftritt, also nicht im normalen Schrittmacherzentrum entsteht. Extrasystolen sind Herzrhythmusstörungen, die gelegentlich auch bei gesunden Personen auftreten können bzw. Herzstolpern) vorkommen, die durch eine Erregungsbildung außerhalb des Sinusknoten entstehen. Sie führen aber nicht zu einem Blutauswurf. So kann der Puls die Herzrate widerspiegeln, muss er aber auch nicht!

Unter der Herzfrequenz verstehen wir die Anzahl der Herzschläge pro Minute. Davon zu unterscheiden ist der Puls, der rhythmische und mechanische Ausdehnung und Kontraktion der Gefäßwände anzeigt, ausgelöst durch die Blut-Druckwelle.

Pulsbasierte Messungen mit Brustgurt, Ohrenclip oder Kamera messen ungenauer von zwischen zwei QRS-Komplexen (Beat-to-Beat) anstatt von R-Zacke zu R-Zacke (Peak-to-Peak). Gerade wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, bei der eine erschöpfte Stressregulation eine erhebliche Rolle spielen könnte, ist es für eine Erstaufnahme und in der Anfangszeit ratsam auf einen echten EKG-Rekorder zurückzugreifen . Viele Gesundheitszentren und Praxen, die auf Stressmedizin spezialisiert sind, bieten hochwertige und EKG-basierte Messungen an. Als therapeutische Kontrolle, in der Sport- und Präventivmedizin, vor allem aber, wenn Sie etwas Erfahrung mitbringen, können Sie durchaus auf Pulsmessgeräte zurückgreifen. Achten Sie aber auf eine gute Abtastrate. Die Qualität eines HRV-Messgerätes ist nämlich auch davon abhängig, wie oft das Gerät pro Sekunde misst (1Hz = 1 Ereignis pro Sekunde). Wie müssen Sie sich das vorstellen? Je öfter das Gerät während einer Erregungsausbreitung am Herzen misst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Spitze des R-Zacken in seinem Wert wahrhaftig erfasst wird und dieser anschließend nicht nur theoretisch errechnet werden muss. Gerade bei höheren Belastungen versagen Geräte mit niedrigen Messraten und das Ergebnis kann sich nicht unerheblich verfälschen. Bewährt haben sich Abtastraten zwischen 250 Hz und 1000 Hz. Geräte mit noch höheren Messfrequenzen bringen in der Regel keinen zusätzlichen Benefit, gerade mobile EKG-Geräte haben dann nämlich Probleme die große Datenmenge zu verarbeiten. Bedenken Sie auch, dass hochwertige Instrumente i. d. R. mit einer intelligenten Software ausgestattet sind, die komplexe Filtersysteme enthält. So können ArtefakteAbwandlung vom natürlichen Zustand. Im medizinischen Zusammenhang ist damit meistens ein diagnostischer Fehler gemeint effektiv selektiert werden, was die Aussagekraft des Messergebnisses noch einmal deutlich erhöht.

Wer oder was beeinflusst die Herzraten-Variabilität?

Die Herzraten-Variabilität ist das Spiegelbild Ihres autonomen Nervensystems und damit Ihrer Stressregulation und Ihres täglichen Lebens. Sie reguliert u. a. unsere Herzfrequenz, damit unser Blutkreislaufsystem sowie unsere Sauerstoff-, Nährstoff- und Energieversorgung an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Bereits die kleinste Bewegung, die minimalste geistige und körperliche Anstrengung, aber auch Sorgen oder Ärger spiegeln sich in der Herzfrequenz wieder. Zum einen, wie effektiv Sie gegenregulieren, wenn Sie in einer sympathikotonen Phase sind (Stressbremse!), zum anderen, wie schnell und effektiv Sie regenerieren, wenn Ihr Sympathikus mal Pause hat (Vagotonus, Stressregeneration).

Ob Ihre autonome Stress-Regulationsfähigkeit gut funktioniert, hängt im Wesentlichen davon ab, wie effektiv Ihr Parasympathikus arbeitet.

Die Regulation unseres vegetativen Nervensystems und damit die HRV ist allerdings von sehr vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören Alter, Geschlecht, Genetik, Belastung mit Umweltgiften, Ernährung, Gewicht, Klima, Trainingszustand und Lebensalter. Das ist auch der Grund, warum manche Menschen bei gleichen Stressbelastungen krank werden, während andere gesund bleiben. So kann ein junger Topmanager mit einem 16-Stunden Tag lange gesund bleiben, solange ihm sein Job Spaß macht, er nachts über einen starken Parasympathikus perfekt erholt, vielleicht regelmäßig Yoga betreibt und eine gute genetische Voraussetzung mitbringt. Dieser Topmanager kann auch dann noch gesund bleiben, wenn er mit zunehmendem Alter mehr Entspannungsphasen in seinen Alltag integriert (z. B. Autogenes Training, Singen, pulsbasiertes moderates Ausdauertraining) und bei Auslandsaufenthalten mit Zeitverschiebung seinen guten Nachtschlaf zusätzlich unterstützt (z. B. durch Melatonin oder Meditation). Stressbedingte Symptome entwickelt er trotz guter genetischer Ausstattung höchstwahrscheinlich dann, wenn er privat Stress in der Ehe hat, einen Job zu hassen beginnt aber in seinem Lebensstandard gefangen ist, seinen Schlaf auch in fortgeschrittenem Lebensalter immer weiter kappt, die wenige Freizeit mit Bier und Pizza vor dem Fernsehen verbringt und am Wochenende erschöpfendes Intervalltraining praktiziert. Im Umkehrschluss kann eine junge, alleinerziehende Krankenschwester mit schlechter genetischer Ausstattung bei Schichtarbeit und unzureichender nächtlicher Regenerationsfähigkeit bereits mit 35 Jahren voll im Burnout stehen.

Fassen wir das noch einmal zusammen,

Faktoren, welche die Herzraten-Variabilität (HRV) beeinflussen sind:

  • Flache Atmung
  • Lebensalter: Abnahme der HRV mit zunehmender „Altersstarre“ des Herzens,
  • Geschlecht: Frauen bis zum 30. Lebensjahr zeigen hormonell bedingt niedrigere Werte als Männer. Die Gender-Effekte verschwinden ab dem 50. Lebensjahr
  • Genetische Veranlagung: Vagotoniker oder Sympathikotoner
  • Circadianer Rhythmus (Tag-Nacht-Rhythmus): tägliche Sympahikusbetonung und nächtliche maximale Aktivität des Parasympathikus
  • Jahreszeit: reduzierte HRV zur Winterzeit
  • Trainingszustand: Trainierte Personen, v. a. nach pulsbasiertem Ausdauertraining zeigen einen verminderten Ruhepuls mit ausgeprägter HRV, die auch bei körperlicher Anstrengung in ausreichender Höhe bleibt. Die starke Parasympathikus-Aktivität hilft bei schneller Erholung und Regenerationsfähigkeit
  • Akute und chronische Erkrankungen: Infektionen und akute Schmerzen verringern die HRV kurzfristig. Personen mit stressbedingten chronischen Erkrankungen wie Depression, Burnout, Fibromyolgie, entzündlich rheumatische Erkrankungen, Diabetes mellitus, chronischem Erschöpfungszustand, Bluthochdruck, Koronarer Herzerkrankung oder neurodegenerativen Erkrankungen zeigen eine deutlich und dauerhaft verminderte HRV,
  • Exogene Faktoren: Alltag, Autofahren, Sport, Bewegung, Lärm, Medikamente (z. B. Betablocker, Antiarrhythmika, Psychopharmaka), Koffein, Umweltgifte, Alkohol, Drogen,
  • Endogene Faktoren: Angst, Anspannung, Sorgen, Aufregung, Traumata
  • Sonstige Faktoren: Körpergewicht, Körpertemperatur

Biofeedback: Wie Sie mit Atemübungen Ihren Parasympathikus stärken

Eine wunderbare Möglichkeit, wie Sie Ihren Parasympathikus stärken und somit Ihre Herzraten-Variabilität aktiv verbessern können, ist die vertiefte und bewusste Bauchatmung. Warum ist das so? Bei jedem Atemzug wird im Brustraum ein Unterdruck erzeugt. Dadurch strömt während der Einatmung Luft und mehr Blut in den Brustraum. Ein Anlass für das Herz minimal schneller zu schlagen, damit das Blut weiter transportiert wird. Bei der Ausatmung passiert genau das Gegenteil.

Das bedeutet:

  • Einatmung: Herzfrequenz steigt
  • Ausatmung: Herzfrequenz sinkt

Bei vertieftem Atmen werden in der Lunge Dehnungsrezeptoren aktiviert, die im Hirnstamm über Nervenimpulse die Einatmung begrenzen. Durch das verlängerte Ausatmen ergibt sich dann ein Überhang der parasympathischen Aktivität. In der erholsamen Tiefschlafphase macht der Körper das zum Beispiel automatisch. Einem Atemzyklus unterliegen hier im Idealfall vier Herzschläge. In diesem rhythmisch-harmonischen Vagotonus, hat der Parasymapthikus maximale Aktivität. Wir regenerieren optimal. Die tiefe Bauchatmung können Sie sehr effektiv mit Atem-Feedbacktraining üben. Langfristig hat dies sehr positive Auswirkungen auf Ihre Herzraten-Variabilität. Im Zusammenspiel mit der Lunge können Sie so fast das gesamte Herzkreislaufsystem trainieren. Beim Atem-Feedbacktraining atmen Sie, abgestimmt auf Ihren Puls, in bestimmten, vorgegebene Zyklen. Sie experimentieren mit Erhöhung und Senkung der Atemfrequenz und nehmen Veränderungen in der Herzfrequenz und damit Ihre eigenen Einflussmöglichkeiten wahr. Die tiefe Bauchatmung ist auch integraler Bestandteil vieler Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder QiGong.

Pulsbasiertes Ausdauertraining: Unterstützen Sie Stressregulation und Mitochondrien

Im Sportmedizinischen Bereich ist der Puls in Ruhe (Ruhepuls) ein Maß für den aktuellen Trainingszustand. So sind Pulsmessungen zwar für die Beurteilung der Herzraten-Variabilität nicht ideal, können aber bei Personen mit chronischen Erkrankungen benutzt werden, um therapeutisches Ausdauertraining durchzuführen. Was bedeutet das? Ein pulsbasiertes, moderates Training, scheint bei regelmäßiger Anwendung sowohl die Herzraten-Variabilität zu verbessern als auch die Anzahl der MitochondrienBestandteil innerhalb der Zelle mit eigener Zellmembran. Hautproduzent von Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) pro Zelle zu steigern. . So erhöht sich auf Dauer Ihre Belastungstoleranz und die zelluläre Sauerstoffversorgung und die aerobeFachbegriff für sauerstoffabhängig, Gegenteil von anaerob. Stoffwechselprozesse von Zellen oder Organismen, die nur in Gegenwart von Luft-Sauerstoff ablaufen können Leistungskapazität.

Holen Sie sich Ihr Lebensfeuer zurück!

Nun werden Sie sich sicher fragen, wie genau Ihnen eine HRV-Messung auf dem Weg aus der chronischen Erkrankung helfen kann. Seien Sie sicher, das kann sie, sogar sehr effektiv!

So hilft Ihnen die HRV-Messung im Kampf gegen Ihre chronische Erkrankung:

  1. Sie finden heraus, ob eine erschöpfte Stress-Regulationsfähigkeit eine Rolle bei Ihrer Erkrankung spielt
  2. Sie nehmen wahr, in welchen Situationen Ihr Sympathikus Fahrt aufnimmt und in welchem Zustand sich Ihr Parasympathikus befindet
  3. Sie lernen, wie Sie Ihren Parasymapthikus gezielt stärken können
  4. Sie verstehen, wie Sie den Akku-Stand Ihrer Stressregulation jeden Tag und situationsabhängig in einer gesunden Waage halten
  5. Sie können psychologisches Stressmanagement mit moderatem Ausdauertraining kombinieren und fördern gleichzeitig Ihre MitochondrienBestandteil innerhalb der Zelle mit eigener Zellmembran. Hautproduzent von Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP)

 

So gehen Sie eine therapeutisch begleitete HRV-Messung an:

Professionelle HRV-Messungen werden häufig durch Praxen durchgeführt, die Stress-bedingte chronische Erkrankungen behandeln. Aber auch Gesundheitszentren, die auf Bewegung, Physiotherapie oder Osteopathie spezialisiert sind, bieten HRV-Messungen an und arbeiten mit ihren Patienten Schmerz- und Bewegungs-basiert. Zum Einstieg wird i. d. R. zunächst ein ca. 20-minütiges Kurzzeit-Screening durchgeführt. Diese HRV-Messung stellt allerdings nur eine Momentaufnahme dar, erlaubt dem Therapeuten aber eine erste Einschätzung, wie es um Ihr vegetatives Nervensystem und Ihren Gesundheitszustand bestellt ist. Ist eine weiterführende Diagnostik indiziert, sollte unbedingt eine 72 h-Langzeitmessung vorgenommen werden. Praxen arbeiten zu diesem Zweck mit großen HRV-Anbietern zusammen, die portable EKG-Geräte zur Verfügung stellen. Das Gerät nehmen Sie mit nach Hause. Es begleitet Sie durch Ihren Alltag. So wird ein definierter Lebensausschnitt in Bezug auf Ihr Stressmanagement gründlich durchleuchtet. Gehen Sie in dieser Zeit Ihrer normalen Tätigkeit nach. Machen Sie sich situationsbedingte Notizen wie Konsum von Alkohol, sportliche Aktivität, Autofahrten, subjektive Entspannung, Freizeitaktivitäten, Fernsehzeit oder Medikamenteneinnahmen. Ihr Therapeut wird anhand Ihrer Aufzeichnungen und Ihrer HRV-Daten anschließend eine gründliche Auswertung vornehmen. Gemeinsam erarbeiten Sie einen Masterplan, wie Sie Ihr vegetatives Nervensystem wieder fit kriegen. Zum Einsatz kommen Methoden wie Atem-Feedback, Neurofeedback, pulsbasiertes Ausdauertraining, Hypnotherapie, Achtsamkeitsübungen, Psychotherapie oder andere Entspannungsverfahren. Das pulsbasierte Ausdauertraining stärkt Ihre MitochondrienBestandteil innerhalb der Zelle mit eigener Zellmembran. Hautproduzent von Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) und ergänzt eine etwaige erforderliche Mitochondrientherapie.

Unsere Buchempfehlung zum Thema
Herzratenvariabilität: Das HRV-Praxis-Lehrbuch

Alfred Lohninger, Facultas, Auflage 1

Unser andrino Tipp zur Herzratenvariabilität (HRV)

Egal, an welcher chronischen Erkrankung Sie leiden, mit einer professionellen Messung Ihrer Herzraten-Variabilität können Sie herausfinden ob und wie sehr Stress eine ursächliche Rolle für Ihre Erkrankung spielt. Sie können die Stressfalle effektiver besiegen, wenn Sie genau wissen, was Stress oder Entspannung für Sie bedeuten. Bei folgenden Beschwerdebildern sollten Sie besonderes Augenmerk auf eine HRV-Messung und eine HRV-basierte Therapie legen: Depression, chronische Schmerzzustände, Diabetes mellitus, Reizdarm, Bluthochdruck, chronische Erschöpfung bzw. Burnout, Fibromyalgie, Tinnitus, Hashimoto Thyreoiditis und bei Neurodegenerativen Erkrankungen sowie Krebs.

Machen Sie Stress und Erholung sichtbar!

Suchen Sie sich einen Therapeuten mit Fokus auf Stresserkrankungen oder ein entsprechendendes Gesundheitszentrum. Lassen Sie eine Langzeit-HRV-Messung durchführen. Lernen Sie, was Ihr Stresssystem belastet und wie Sie Ihren Parasympathikus an sympathikotonen Tagen zusätzlich stärken können. Wenn Sie präventivSubstantiv Prävention. Gesamtheit aller Maßnahmen, die eine gesundheitliche Schädigung gezielt verhindern (echte Prävention!), weniger wahrscheinlich machen oder deren Eintritt verzögern arbeiten wollen, ist die HRV-geführte Lebensführung ein fantastisches Tool, um chronischen Zuständen vorzubeugen, sogar ohne Ihre genetische Voraussetzung zu kennen.

Folgende Literatur diente als Grundlage für diesen Artikel und kann Ihnen tiefgründigeres Wissen verleihen:,,,,,,

 

Einführung in die Biologische Medizin

Katharina Eirich hat Diplom-Biologie studiert und ein medizinisches Aufbaustudium absolviert. Als Fachhumangenetikerin besitzt sie fundamentales biochemisches, medizinisches und genetisches Wissen und hat mehrjährige Expertise im Bereich der humanen genetischen Labor-Diagnostik. Katharina brennt dafür, die Mechanismen chronischer Erkrankungen für Laien simpel und nachvollziehbar aufzuarbeiten.




besser länger leben

andrino möchte chronisch kranken Menschen auf ihrem Weg zu einer höheren Lebensqualität helfen. andrino ist Ausdruck der gemeinsamen Vision, chronischen Krankheiten wirkungsvoll zu begegnen - gemeinnützig, unabhängig und nicht Profit orientiert.

Mehr erfahren