Wie Dauerstress zu einer chronischen Erkrankung wird

Mit Sicherheit haben auch Sie bereits öfters den Satz gelesen: “Stress macht krank!” Einfach und lapidar wird diese Kernaussage als Schocker täglich für Millionen von Headlines benutzt. Schockierend sind solche Meldungen, das stimmt! Aber wissen Sie auch, was genau hinter dieser Aussage steckt? Haben Sie sich einmal ernsthaft Gedanken darüber gemacht?

Aus biologisch-medizinischer Sicht handelt es sich nämlich um einen ganz entscheidenden Satz!

Mit Sicherheit kennen Sie auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis genügend praktische Beispiele. Nur zu oft rufen Stimmen aus der Nachbarschaft: „Depression? Mensch, die Arme, die hat aber auch immer so viel Stress gehabt“. Ja klar, irgendwie wissen wir alle, dass Stress uns nicht gut tut. Auch wissen wir, dass Dauerbelastungen zu Burnout und Magengeschwüren führen können. Aber haben Sie auch gewusst, dass Stress eigentlich ursächlich oder mitursächlich von quasi jeder chronischen Erkrankung sein kann?

Folgender Beitrag gibt Ihnen einen ersten Überblick über Stress, Psyche und Erholung – einer der wichtigsten Basismethoden der Biologische Medizin. Begreifen Sie, warum Stress bei quasi jeder chronischen Erkrankung zumindest eine Mitbeteiligung hat und was Sie gegen die Stressspirale tun können.

Wie Dauerstress zu einer chronischen Erkrankung wird

Chronische Erkrankungen, die durch Stress gefördert werden

Jede chronische Erkrankung kann stressbedingt entstehen. Einen häufigen Zusammenhang mit Stressbelastung sieht die Biologische Medizin allerdings bei folgenden Symptomen und Erkrankungen:

  • Burnout und Depressionen,
  • Schlafstörungen, Müdigkeit und chronisches Erschöpfungssyndrom,
  • Arteriosklerose,
  • Koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz,
  • Bluthochdruck, erhöhter Puls und Herzrasen,
  • Adipositas, Diabetes mellitus Typ II und metabolisches Syndrom,
  • Gastritis und Ulcus,
  • Störungen des weiblichen Zyklus und Unfruchtbarkeit,
  • Entzündungen des Magen- und Darmtraktes sowie Reizdarm,
  • gesteigerte Blutgerinnung mit erhöhter Thrombosegefahr,
  • allgemeine Schmerzzustände (z. B. Kopfschmerzen, Muskelschmerzen) und Migräne,
  • Neurodermitis,
  • Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto,
  • neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer,
  • Multiple Sklerose (MS) und
  • Krebs.

Es gibt chronische Erkrankungen, bei denen Stress der alleinige Auslöser sein kann. Beispiele hierfür sind Depression, Burnout, Reizdarm, Bluthochdruck oder Schlafstörungen. Andere chronische Erkrankungen entstehen vielmehr durch eine multifaktorielle Genesedurch viele Faktoren und Einflüsse bedingte Krankheitsentstehung, d. h. Stress hat eine mehr oder weniger große Mitbeteilgung an der Krankheitsentstehung. Beispiele solcher Erkrankungen sind Krebs, Parkinson oder MS. Ein Teil der pathologischenSyn. krankhaft, pathogen: Lehre von den abnormalen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper und deren Ursachen Stoffwechselprozesse, die im Körper ablaufen, ist dabei allerdings immer gleich.

Was können Sie nun mit diesem Wissen nun anfangen?

Wenn Sie chronisch krank sind, müssen Sie unbedingt herausfinden, ob Stress EIN Auslöser oder DER Auslöser Ihrer chronischen Erkrankung ist! Denn hartnäckige chronische Erkrankungen, die nach Reckeweg über dem “Biologischen Schnitt” liegen, können Sie allein mit Entgiftung, Ernährungsumstellung oder Herdbeseitigung niemals fundamental therapieren, solange Stressfaktoren die Erkrankung ständig neu anheizen.

Stressbedingte chronische Erkrankungen können nur dann fundamental therapiert werden, wenn sie als Stress-Erkrankungen erkannt werden.

Die Homotoxikologielehre von Hans-Heinrich Reckeweg ist ein zentraler Erklärungsversuch zur Entstehung chronischer Erkrankungen, nach dessen Prinzipien die Biologische Medizin therapiert. Mehr zu diesem spannenden Thema finden Sie auf andrino im Artikel “Warum und wie machen Gifte chronisch krank?”

Woher weiß ich, ob meine chronische Erkrankung stressbedingt ist?

Praktisch kann jede chronische Erkrankung stressbedingt sein. Folgende Erkrankungen oder Symptome sind allerdings stresstypisch:

  • Depression oder depressive Verstimmung,
  • Herzrasen,
  • Burnout,
  • Erschöpfung,
  • Müdigkeit,
  • chronische Schmerzen,
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Reizdarm, Sodbrennen),
  • Tinnitus,
  • Angstzustände,
  • Nervosität,
  • Bluthochdruck und
  • Schlafprobleme.

Wer entscheidet, welche Art von chronischer Erkrankung entsteht?

Zurecht fragen Sie sich sicherlich, wie das funktionieren kann. Warum bekommt nicht jeder Mensch bei gleichen Stressfaktoren dieselbe chronische Erkrankung?

Dazu müssen Sie wissen, dass die Entstehung stressbedingter Erkrankungsformen abhängig ist von:

  • dem Stressreiz: Dieser kann psychisch, physisch oder toxisch (z. B. durch Umweltgifte) sein,
  • der Dauer der Stresseinwirkung,
  • genetischen Komponenten (familiär bedingt),
  • weiteren exogenenvon außen in den Organismus eindringend, umweltbedingt Gegenteil: endogen Faktoren bzw. biologischen StressorenFaktor, der Stress auslöst (Fehlernährung, Umweltgifte und Schwermetalle oder Darm-DysbioseKrankheitsprozess, der durch eine, qualitativ oder quantitativ von der Norm abweichende Bakterienflora im Darm (Ungleichgewicht der Darmflora) ausgelöst wird) sowie
  • individuellen Lebensumständen: regelmäßige Entspannungsverfahren oder guter Nachtschlaf.

Bedenken Sie, für den Einen bedeutet Stress bereits der organisatorische Aufwand eines bevorstehenden Familienfestes. Für den Anderen ist Stress eine 7-Tage-Woche mit vier internationalen Flügen und ständiger Erreichbarkeit. Das Empfinden von Stress-Belastungen ist für sie also subjektiv! Sie wollen eine genauere Stressdefinition? Dann könnte folgender Artikel für Sie interessant sein: “Was bedeutet eigentlich Stress?”

Welcher Stress genau hat meine Erkrankung verursacht?

Nun, selbst wenn Sie keine 70-Stunden-Woche haben, kann Stress die Ursache Ihrer chronischen Erkrankung sein. Stressreize, sogenannte StressorenFaktor, der Stress auslöst, können ganz unterschiedlicher Natur sein.

Stressoren können sein:

  • Psychosozial: Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung oder Tod des Lebenspartners, Gewalt, Termindruck, Perfektionismus oder Angst
  • Biologisch, chemisch, physikalisch oder physisch: Lärm, Infektionen, Feinstaub, Schwermetalle oder andere Umweltbelastungen sowie Über- oder Unterernährung

Vergegenwärtigen Sie sich, dass endogene Stressoren wie „Gefallen wollen“ oder Existenzängste sowie toxische Stressoren wie zum Beispiel Schwermetalle im Körper am Ende den gleichen Stressreiz auslösen, wie für Sie nachvollziehbarer, augenscheinlicher Stress. Vielleicht verstehen Sie an dieser Stelle auch, warum mehrere unterschiedliche Stressfaktoren gemeinsam chronische Zustände auslösen können.

Eine chronische Infektion oder Umweltgifte können unser Stresssystem genauso auf Trab halten wie eine psychische Dauerbelastung. Am Ende werden die gleichen pathologischen biochemischen Mechanismen aktiviert.

Wenn Sie sich für das Thema Entgiftung interessieren, kann Sie der Artikel “Entgiftung – die wichtigste Methode der Biologischen Medizin” einen großen Schritt weiterbringen.

Wie kann Dauerstress eine chronische Erkrankung bedingen?

Allen Stressoren gemeinsam ist, dass sie im Rahmen der Stressreaktion zentrale und wiederkehrende biochemische Prozesse im Körper anstoßen. Alle Zellen und Organe sollen der Stresssituation angepasst werden, benötigte Energie wird zugunsten des Gehirns “umverteilt”. Die Reaktion wird über sogenannte Stress-Hormon-Achsen bewerkstelligt. Die Stressreaktion kann man sich funktionell wie einen Atompilz vorstellen. Am Anfang ist die Detonation: das Stresssignal wird im Gehirn verarbeitet und über Nervenzellen weitergegeben. Dann kommt die Druckwelle: der Notruf „Stress“ bewirkt die Aktivierung des Sympathikus. Das ist der aktivierende Teil unseres autonomen NervensystemsSynonym für autonomes Nervensystem: Willentlich nicht beeinflussbares Nervensystem. Steuert lebenswichtige Prozesse wie die Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Körpertemperatur, Blutdruck und Herztätigkeit. Besteht aus Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) sowie dem Darmwandnervensystem. .

Der Sympathikus wiederum ist mit jedem einzelnen Organ, auch mit Hormondrüsen, verknüpft. Er befiehlt den Hormondrüsen die Freisetzung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin. Die Stresshormone können das Stresssignal letztlich wie die Asche des Atompilzes in jede einzelne Zelle des Körpers streuen und wirken bereits in sehr kleinen Konzentrationen. Adrenalin und Co. docken dazu an der Zelloberfläche an und bewirken im Zellinneren die Ausschüttung von Millionen von weiteren kleinen Stresssubstanzen, sogenannten Effektormolekülen. Auf die Art und Weise verbreitet sich das Signal “Stress” bis in jede einzelne Zelle unseres Körpers. Am Ende sind wir einfach komplett verstrahlt!

Fassen wir zusammen: Meilensteine der Stressreaktion sind:

  • die Aktivierung des Sympathikus (vegetatives Nervensystem),
  • die Ausschüttung von Stress-Hormonen (z. B. Adrenalin und Noradrenalin) und
  • die Produktion von kleinen Effektor-Substanzen in der Zelle.

Ein gesundes Stresssystem erholt sich nach der Stressreaktion durch Aktivierung des Parasympathikus (Gegenspieler des Sympathikus) und über eine zunächst erhöhte Freisetzung des Hormons Cortisol aus der Nebenniere. Die vorhandenen sympathischen Stresshormone werden abgebaut oder deaktiviert. Je länger und intensiver das Stresssignal auf uns eingewirkt, desto länger benötigt auch die Regeneration des Körpers.

Was aber passiert bei chronischem Stress?

Sind wir Dauerbelastungen über längere Zeit ausgesetzt, gerät das Stresssystem aus der Balance. Wir können uns bis zum nächsten Stresssignal nicht mehr ausreichend entspannen, die vorhandenen Stresshormone werden nicht vollständig abgeschaltet und feuern immer weiter. Irgendwann erschöpft das Stresssystem und zwar gnadenlos! Die Folgen sind Parasympathikus-Starre, Nebennierenschwäche mit Cortisol- und Adrenalin-Mangel sowie Beeinträchtigung des Immunsystems. Dieser Hormonmangel beeinflusst den zellulären Stoffwechsel gravierend. So gravierend, dass genau an dieser Stelle nun ganz, ganz viele chronische Erkrankungen entstehen.

Dauerbelastung lässt unser Stresssystem erschöpfen! Dazu gehören vor allem Parasympathikus-Starre sowie Cortisol- und Adrenalin-Mangel.

Nach der eindrücklichen Theorie von Dr. med. Fryda entsteht Krebs zum Beispiel hauptsächlich als Folge eines zunehmenden Adrenalinmangels unter chronischem Stress. Welches Gedankenspiel steckt dahinter? Ein Adrenalinmangel bedingt eine unzureichende Durchblutung der Blutgefäße und somit einen flächendeckenden Sauerstoffmangel des Gewebes. Auch hat eine ungenügende Adrenalinproduktion Einfluss auf die Effizienz des Immunsystems. Adrenalin ist der Gegenspieler von Insulin und hemmt auf die Art und Weise in Stresssituationen normalerweise den Zuckerspeicher-Abbau in den Zellen. Die Stressreaktion benötigt viel Energie! Bei längeranhaltendem Adrenalin-Mangel, der nach Fryda typischerweise bei Krebserkrankungen vorkommt, wird folglich der komplette Zuckerstoffwechsel der Zellen umprogrammiert. Die Zellen überzuckern! Sie stellen auf Gärung um, wodurch allerdings toxische Stoffwechselprodukte entstehen, wie die linksdrehende Milchsäure.

Was ist die Folge? Die betroffenen Zellen erhöhen verzweifelt ihre Teilungsraten. An sich ist die Zellentartung nach Fryda also ein Schutzmechanismus, der den Zuckerverbrauch erhöhen soll. Sauerstoffmangel plus Übersäuerung plus Überzuckerung in Kombination mit erhöhter Teilungsrate und einem ineffizienten Tumorerkennungssystem (wegen des angeknacksten Immunsystems) sind für Dr. Fryda die alles entscheidende Kombination bei der Entstehung vieler Krebsformen. Auf der Basis ihrer Hypothese konnte sie zu Lebzeiten viele Krebspatienten erfolgreich behandeln.

Für Sie noch einmal im Überblick, zentrale Folgereaktionen von Dauerstress sind:

  • Umprogrammierung des Immunsystems,
  • Entzündungsreaktionen,
  • Beeinträchtigung von Mitochondrien mit Entstehung einer sekundären Mitochondriopathie,
  • zellulärer Stress durch Radikale,
  • programmierter Zelltod (degenerative ProzesseFunktionelle und/oder morphologische Veränderungen einer Zelle, eines Gewebes, eines Organs oder des gesamten Organismus, die im Vergleich zur vollen Leistungsfähigkeit eine Verschlechterung darstellen) sowie
  • unkontrollierte Zellteilungen (Proliferation, Entartung).

Welche Rolle spielt die Genetik bei Stresserkrankungen?

In der Tat, unsere genetische Ausstattung hat bei der Entstehung von stressbedingten Erkrankungen einen nicht ganz unerheblichen Einfluss. Gleiche Stressoren können auf Menschen mit ganz unterschiedlicher Intensität wirken. Forscher finden immer mehr angeborene Genvarianten –  aber auch “erworbene” DNA-Abnormalitäten – die sowohl die Stressbewältigung (Coping), als auch biochemischen Mechanismen der Stressreaktion beeinflussen. Man nennt sie auch “Stressturbos“. Menschen mit einer genetisch “ungünstigen” Stresskonstellation entwickeln bei gleichen Stressfaktoren schneller stressbedingte Erkrankungen. Präventiv sollte Stressvermeidung und Stressbewältigung dann ein integraler Bestandteil ihres Alltags sein.

Sehen wir uns ein Beispiel an:

Menschen, die eine bestimmte Genvariante (Polymorphismus) im COMT-Gen (Catechol-O-Methyltransferase) tragen, sind zum Beispiel besonders anfällig für die Entwicklung von Stresserkrankungen. Das Enzym COMT ist nach einer Stressreaktion besonders in den sympathischen Nervenenden für die Deaktivierung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zuständig. COMT trägt somit im Wesentlichen zur vollständigen Regeneration des Stresssystems bei.

Unter den Trägern des COMT-Polymorphismus finden sich auffällig oft gesellschaftliche Leistungsträger. Warum? In jüngeren Jahren haben sie durchaus Vorteile: Hohe Leistungsbereitschaft, Rastlosigkeit, eine hohe Sprech- und Sprachbegabung und ein extremer Tatendrang ohne Entspannungsbedürfnis machen Karriere oft mühelos möglich. Mit fortschreitendem Alter allerdings etablieren sich die typischen körperlichen Folgen des erhöhten Adrenalinspiegels mit flächendeckenden Mikronährstoffmängeln, einem geschwächten Immunsystem, Entzündungsneigungen, MitochondriopathieDurch Umwelteinflüsse erworbene Mitochondriopathie und Chronifizierung viraler Infekte. Diese Situation plus weiterhin anhaltender chronischer Stress lassen eine Manifestation von Burnout-Erkrankungen schnell zu. Bei Menschen mit typischen Stresserkrankungen wie dem chronischen Erschöpfungssyndrom, ist eine molekulargenetischeMethode der Genetik, bei der definierte Abschnitte der DNA (Erbgut) oder die gesamte Erbsubstanz detektiert werden Abklärung der COMT-Genvariante deshalb eine wichtige Analysemethode in der Biologischen Medizin.

Unser Genom zeigt neben den unveränderlichen Gen-Varianten aber auch Veränderungen, die durch Umwelteinflüsse (z. B. schwere Traumata) erworben werden. Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen Epigenetik. Schwere Traumen in der Kindheit oder Stressbelastungen der Mutter in der Schwangerschaft verändern die DNA-Sequenz nicht per se, modifizieren aber einzelne DNA-Abschnitte biochemisch. Dieses epigenetische Muster ist reversibel, aber dennoch hartnäckig. Stellen Sie sich das ähnlich wie ein Stressgedächtnis vor. Diese Abnormalität kann nun ebenfalls weitervererbt werden und betrifft nicht nur die augenblickliche Generation. Fragen Sie sich, warum Sie weniger stressresistent sind? Eine gründliche Familienanamnese hat in so manchen Fällen bereits Licht ins Dunkel gebracht.

Bitte halten Sie sich an dieser Stelle noch einmal vor Augen:

Stressoren sind abhängig von der individuellen Empfindlichkeit sowie von der Intensität und Dauer der Einwirkung auf den Organismus.

Wie kann ich die Stressbelastung testen?

Stress ist tatsächlich messbar! Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Stress eine Rolle für Ihren Gesundheitszustand spielt, gibt Ihnen ein ganz einfacher Test erste und sehr zuverlässige Hinweise. Es handelt sich um die Messung der sogenannten Herzfrequenzvariabilität (HRV); eine EKG-basierte Methode, die Sie vielleicht aus dem Sportbereich kennen.

Die HRV misst die Variation der Zeitabstände zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen. Sie gibt so direkte Auskunft über die Funktionalität unseres vegetativen NervensystemsSyn. autonomes Nervensystem Willentlich nicht beeinflussbares Nervensystem: Steuert lebenswichtige Prozesse wie die Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Körpertemperatur, Blutdruck und Herztätigkeit. Besteht aus Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) sowie dem Darmwandnervensystem.  gg. Den HRV-Test bieten derzeit viele Fitnessstudios und Gesundheitszentren an. Die Funktion ist außerdem mittlerweile in vielen Pulsuhren integriert. Schauen Sie doch einmal nach! Seien Sie aber auf der Hut. Nicht jede HRV-Messung hat die gleiche Qualität. Auch sind die Messungen störanfällig. Wenn Sie chronisch krank sind und sich noch nie mit HRV-Messung beschäftigt haben, sollten Sie sich daher in professionelle Hände begeben. Informieren Sie sich unbedingt über die Abtastrate des verwendeten Gerätes und ziehen Sie Langzeitmessungen vor.

Was kann ich tun, wenn ich an einer stressbedingten Erkrankung leide?

Die Therapie einer stressbedingten chronischen Erkrankung umfasst immer mehrere Säulen. Dabei ist die Behandlung höchst individuell. Sie benötigen hierfür möglicherweise mehrere Therapeuten.

Zu den fundamentalen Behandlungsstrategien stressbedingter Erkrankungen gehören:

  • Psychotherapeutische Stressbewältigung, z. B. durch kognitive Verhaltenstherapie, Meditation, Hypnose, Autogenes Training, Meditation oder Achtsamkeitstraining,
  • Stärkung des Parasympathikus, z. B. durch Entspannungsverfahren, guten Nachtschlaf, Einschränkung elektromagnetischer Belastungen und über Mikronährstoffe wie Melatonin oder Magnesium,
  • Behandlung eines möglichen Cortisol-Mangels,
  • Orthomolekulare Therapie einer möglichen Mitochondriopathie,
  • Ausgleich fehlregulierter Stoffwechselprozesse durch Mikronährstoffe und
  • weitere Methoden wie Entgiftung und Ernährungsumstellung, Tai Chi und Atemübungen, gerne Biofeedback basiert.

Es reicht also in der Regel nicht aus, stressbedingte Erkrankungen rein psychologisch zu behandeln.

Sie werden Ihre chronische Erkrankung nur dann los, wenn die fehl-laufenden biochemischen Prozesse in jeder einzelnen Zelle gestoppt und pathologischeFachbegriff für krankhaft, pathogen. Lehre von den abnormalen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper und deren Ursachen Folgeerscheinungen ausgeglichen werden. Dennoch muss die psychische Stressbewältigung eine zentrale Rolle bei der fundamentalen Therapie einer Stresserkrankung sein. Denken Sie immer daran, wenn Sie die Stressachse ständig neu “befeuern”, arbeiten Sie auf zellulärer Ebene gegen Windmühlen.

Psychische und körperliche Behandlung müssen bei stressbedingten chronischen Erkrankungen unbedingt kombiniert werden!

Unser andrino Tipp bei chronischer Stressbelastung

In der heutigen Zeit ist Stress der häufigste Auslöser von chronischen Erkrankungen. Sie leiden an einer chronischen Erkrankung? Dann finden Sie heraus, wie sehr und in welcher Situation Ihr Stresssystem belastet ist.

  1. Lassen Sie eine professionelle HRV-Langzeitmessung vornehmen und schauen Sie, wie es um Ihre Stressachsen steht
  2. Suchen Sie sich einen Therapeuten mit besonderer Expertise für stressbedingte Erkrankungen. Machen Sie mit ihm zusammen eine ausführliche Anamnese und Familienaufstellung
  3. Stoppen Sie Ihre überaktivierten Stressachsen: Lernen Sie, was Sie wirklich stresst, objektiv entspannt und wie Sie diese Erkenntnisse in den Alltag integrieren können
  4. Beschäftigen Sie sich mit psychologischen Stressbewältigungsstrategien (z. B. Achtsamkeitstraining). Ihr Therapeut wird Ihnen helfen, das richtige Stressmanagement zu finden
  5. Freunden Sie sich mit Ihrem Parasympathikus an und stärken Sie ihn!
  6. Sorgen Sie für guten Nachtschlaf. Wenn Sie schlecht Ein- und Durchschlafen, können Sie eine erhöhte natürliche Produktion des Schlafhormons Melatonin durch Reduktion von abendlichem Fernsehen, Handy- oder Computerarbeit erreichen. Auch eine aktive Melatonin-Zufuhr kommt in Frage
  7. Informieren Sie sich auch über die Themengebiete oxidativer StressStoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen (Radikalen) gekennzeichnet ist, silent inflammationsSynonym für chronisch stille Entzündungen. Versteckte Entzündungen im Organismus, zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und Beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen, Mitochondrien-Therapie und Orthomolekulare Medizin, um die zellulären Folgeerscheinungen mitbehandeln zu können

Folgende Literatur diente darüber hinaus als Grundlage für diesen Artikel und kann Ihnen weiterführende Informationen vermitteln: ,,,,,

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