Mineralstoffanalyse im Vollblut

Eine ausgewogene Ernährung kann den Bedarf an Mikronährstoffen in den seltensten Fällen decken. In weiten Teilen der Bevölkerung sind ausgeprägte Nährstoffmängel z. B. für Vitamin-D und Folsäure bekannt. Chronische Erkrankungen oder bestehende Grunderkrankungen können die Aufnahme, die Speicherung oder auch die Ausscheidung von Mikronährstoffen stören. Mangelerscheinungen treten auf.  In bestimmten Phasen des Lebens werden größere Nährstoffmengen benötigt. Denken Sie nur an Schwangere oder Jugendliche im Wachstum, die in kürzester Zeit einen sprichwörtlichen „Schuss nach oben“ machen.

Daher ist es überaus wichtig die Nährstoffversorgung im Blick zu haben: Ziel ist es Mängel zu erkennen, aber auch eine Überversorgung zu vermeiden. Die geeignete und häufigste Labordiagnostik ist die umfassende Mineralstoffanalyse im Vollblut. Erfahren Sie in folgendem Beitrag alles Wissenswerte darüber.

Mineralstoffanalyse im Vollblut

Was ist eine Vollblutanalyse?

Bei einem einfachen Standard-Bluttest wird lediglich das Blutserum untersucht, d. h. analysiert wird nur der flüssige Anteil des Blutes. Dafür reicht eine geringe Menge Blut aus, das man z. B. aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen gewinnen kann. Auf schlau nennt man das Kapillarblutgewinnung. Für verschiedene Diagnostik-Gebiete werden mittlerweile von verschiedenen Firmen Selbsttests für Zuhause angeboten.

Die Vollblutanalyse wiederum ist ein Labortest, bei dem neben dem normalen Serum das Blutplasma und die Zellen im Blut mit untersucht werden. Dazu zählen die roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen. Blutzellen sind leicht zugänglich und können durch eine Blutentnahme leicht gewonnen werden. Bei Zellen aus anderen Geweben gestaltet sich das schwierig und es müsste eine Biopsie gemacht werden. Für eine Vollblutanalyse sind größere Mengen Blut nötig und deshalb wird eine Blutentnahme aus einer Vene durchgeführt.

Das gewonnene Blut wird dann in seiner Gesamtheit lysiert. Das bedeutet, dass die Blutzellen „aufgeknackt“ werden. Nähr- und Mineralstoffe, die sich außerhalb der Blutzellen befinden und Stoffe, die sich in den Zellen befunden haben oder daran gebunden waren, werden alle gleichermaßen bei der Analyse berücksichtigt.

Warum ist eine Mineralstoffanalyse aus dem Vollblut sinnvoll?

Die Analyse von Vollblut ist sinnvoll, weil sie eine optimale Einschätzung des gesamten Mineralstoffhaushalts erlaubt. Wir möchten den Umstand an einem Beispiel erklären: Schauen Sie sich in folgendem Bild die Verteilung von Magnesium und Selen an. Beide Stoffe kommen überwiegend in den Blutzellen vor. Würde man nur das Blutserum untersuchen, könnten Mängel innerhalb der Zellen nicht entdeckt werden.

Verteilung Mikronährstoffe in Blutzellen und Plasma

Welche Stoffe werden bei einer Vollblutanalyse untersucht?

In erster Linie werden selbstverständlich Mineralstoffe und Spurenelemente untersucht. Welche das genau sind variiert von Labor zu Labor. Die wichtigsten Vertreter sind: Magnesium, Selen, Zink, Calcium, Kalium, Kupfer, Eisen, Mangan, Molybdän, Natrium, Phosphor und Chrom.

Mineralstoffe sollten immer als Netzwerk betrachtet werden. Sie ergänzen sich und können sich aber leider auch gegenseitig hemmen! Daher ist es wichtig nicht auf eigene Faust und „Gut Glück“ zu versuchen bestimmte Mineralstoff-Präparate zusätzlich einzunehmen. Das kann unter Umständen kontraproduktiv und sogar gefährlich werden! Ist ein Befund diesbezüglich auffällig, findet sich normalerweise ein Hinweis darauf direkt im Befundtext.

Test der Schwermetallbelastung als Ergänzung zur Mineralstoffanalyse im Vollblut

Auch Schwermetalle, denen wir unweigerlich ausgesetzt sind, können wichtige Nährstoffe hemmen. Die Schwermetalle zeigen teilweise ein ähnliches Bindeverhalten wie die Nährstoffe selbst. Sie wirken also wie eine Art Gegenspieler. Was es mit den Schwermetallen auf sich hat und warum diese für unseren Körper schädlich sein können erfahren Sie im andrino Beitrag „Schwermetalle – harte Kost einfach erklärt„.

Hier einige Beispiele für Interaktionen zwischen Nährstoffen und Schwermetallen:

Mineralstoff/Spurenelement Schwermetall
Zink Cadmium
Magnesium Nickel
Calcium Blei
Selen Quecksilber

 

Ist beispielsweise der Wert von Selen niedrig, der Wert für Quecksilber aber gleichzeitig stark erhöht kann das folgendenen Hintergrund haben: Quecksilber verdrängt und hemmt Selen, wodurch auch trotz ausreichender Selen-Zufuhr die Aufnahme und Aktivität von Selen zu niedrig ist.

Manche Schwermetalle, wie z. B. Blei oder Cadmium, kommen nur in den roten Blutkörperchen vor. Die Bestimmung von toxischen Metallen sollte daher auch aus Vollblut gemacht werden. Im Beitrag „Wie kann man eine Schwermetallbelastung feststellen?“ können Sie weitere Details zur Analyse einer Schwermetallbelastung finden.

Wer führt eine Mineralstoff-Vollblutanalyse durch?

Ein Selbsttest zu Hause ist in diesem Fall leider nicht möglich. Sie müssen die venöse Blutentnahme von Ihrem Hausarzt oder Therapeuten durchführen lassen. Was Sie tun können, ist sich ein Test-Kit (Kosten um die 60 €) nach Hause schicken lassen und das Testkit mit zu Ihrem Hausarzt nehmen. Die Analyse selbst wird dann von qualifizierten Laboren durchgeführt und die Ergebnisse entweder zu Ihnen direkt oder zu Ihrem behandelnden Arzt geschickt. Beachten Sie bitte: nur ein erfahrener Therapeut kann den Mineralstoffstatus richtig deuten und mit Ihnen eine individuell angepasstes Mikronährstoff-Konzept ausarbeiten.

Sie möchten trotzdem selbst mehr über Nährstoffe und deren Anwendung in der Biologischen Medizin erfahren? Dann erfahren Sie im Beitrag „Orthomolekulare Therapie“ alles Wissenswerte darüber!

Einführung in die Biologische Medizin

Isabell Lang hat Diplom-Biologie studiert und im biomedizinischen Bereich promoviert. Sie hat etliche Jahre in der klinischen Krebsforschung gearbeitet und in Fachzeitschriften zahlreiche Artikel veröffentlicht. Sie kennt die biochemischen Zusammenhänge im Detail und kann Studien kritisch und kompetent hinterfragen. Isabell liegt es am Herzen, ihr Wissen an chronisch kranke Menschen einfach und verständlich weiterzugeben.




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