Undichter Darm: VIP-Zugang für chronische Erkrankungen

Vor ziemlich genau 500 Jahren sprach einer der berühmtesten Ärzte der damaligen Zeit, der heute noch vielfach geschätzte Paracelsus, eine wichtige Vermutung aus: „Der Tod sitzt im Darm“. Und schon vor 2300 Jahren befand der Urvater aller Mediziner, Hippokrates,: „Die Wurzel aller Gesundheit sitzt im Darm“. Beide hatten recht. Und mittlerweile wissen wir auch warum!

Unser Darm besitzt eine ganz zentrale Doppelfunktion: Er ist nicht nur für die Verdauung und Aufnahme der zugeführten Nahrung und Flüssigkeit zuständig, sondern spielt auch bei der Abwehr von schädlichen Substanzen und Krankheitserregern eine zentrale Rolle. Eine mehr als knifflige Aufgabe. Ständig muss er neu entscheiden, was darf rein und was bleibt lieber draußen. Sozusagen eine Grenzpolizei, organisiert wie eine Art Schleuse. Diese Barrierefunktion des Darms wird von unserer Darmschleimhaut bewerkstelligt. Ist ihre Funktion beeinträchtigt, spricht man von einem Verlust der Darm-Integrität. Unser Darm wird „löchrig“, ohne dass wir es merken. Die geborene Eintrittspforte für unerwünschte Viren und Bakterien, Umweltgifte, Toxine und entzündungsfördernde Stoffe. Warum ist das für Sie wichtig?

Ein „löchriger“ Darm steht am Anfang von sehr vielen chronischen Erkrankungen!

Egal also an welcher chronischen Erkrankung Sie leiden, behalten Sie diesen Sachverhalt bitte immer im Hinterkopf. Solange die Schleusentore in Ihrem Darm sperrangelweit offen stehen, werden Sie Ihre chronische Erkrankung nur schwer oder gar nicht fundamental therapieren können – trotz vieler anderer Maßnahmen.

Folgender Beitrag vermittelt Ihnen wesentliche Informationen darüber, welche Rolle Ihre Darmschleimhaut bei der Entstehung chronischer Erkrankungen einnimmt und warum eine kranke Darmflora nur die halbe Miete ist.

Undichter Darm: VIP-Zugang für chronische Erkrankungen

Unsere Darmschleimhaut: Domizil mit WG-Charakter

Unser Darm ist viel mehr als eine reine Verdauungsmaschinerie. Davon kann die moderne Forschung ein Lied singen und hat den Darm in den letzten Jahren zum regelrechten Star unter den Organen gekürt. Trotzdem sind diese Erkenntnisse in der Routine-Gastroenterologie leider noch nicht so recht angekommen. Vielleicht sind auch Sie einer von den verzweifelten Patienten mit Reizdarm oder Nahrungsmittelallergie, die bereits etliche solcher Praxen aufgesucht haben und selbst nach einer Darmspiegelung für organisch gesund erklärt wurden?

Sehen wir uns einmal an, woran das liegt.

Unser Darm managt die lebenswichtige Trennung zwischen „innen“ (Blutgefäßsystem, Bindegewebe, Organe usw.) und „außen“ (Verdauungsbrei). Wie bewerkstelligt er das? Strukturell besteht die Grenze oft nur aus einer einzigen Zellschicht, 5-tausendstel Millimeter stark. Diese Zellen sind durch sehr spezielle Verbindungen (tight junctionsSpezielle Zellkontakte, die als mechanische Barriere fungieren. Epithelzellen werden über bestimmte Membranproteine (Occludine) reißverschlussartig aneinander geheftet) präzise abgedichtet. So ähnlich wie ein Reißverschluss. Passierbar ist die Grenzschicht für viele Stoffe bei gesunden Personen nur über ein spezielles Transportsystem, eine Art Shuttle.

Ein genialer Mechanismus, der eine kontrollierte Aufnahme vom Darmlumen – also vom Inneren des Darmes – ins Körperinnere gewährleistet. Unverzüglich werden alle Grenzgänger durch unser Darm-assoziiertes Immunsystem geprüft, das direkt unter der Schleimhaut positioniert ist. Das Immunsystem lernt auf diese Art und Weise „fremd“ von „eigen“ zu unterscheiden, es wird kontinuierlich trainiert. So kann es immer adäquat reagieren. Stark genug bei Infektionen, aber maßvoll bei pro-entzündlichenSubstanz, die das Immunsystem veranlasst Botenstoffe (Zytokine) auszuschütten und so eine Entzündungsreaktion im Körper vorantreibt, z. B. schwer verdaulichen Substanzen. Eine echte Herkulesaufgabe, die unser Körper unmöglich allein bewerkstelligen kann. Unser Darm hat deshalb im Laufe seiner Millionen Jahre währenden Entwicklung mit einer großen Anzahl von Bakterien Freundschaft geschlossen. Unsere bakteriellen Freunde leben auf unserer Darmschleimhaut bzw. sind ein Teil davon. Diese Freundschaft oder besser gegenseitige Abhängigkeit wird Symbiose genannt.

Im Übrigen gilt dies nicht nur für unseren Darm! Auf allen unseren Schleimhäuten (auch Haut, Mund und Vagina) befinden sich die kleinen Helferlein, die zu den Mikroorganismen zählen. Das sind Größenordnungen, die sich im Billionenbereich bewegen.

Die geschätzte Anzahl der Bakterien, die auf unserem Körper residieren, variiert beträchtlich. Mindestens aber sind es genauso so viele Mikroorganismen wie wir an Körperzellen aufweisen.

Und es handelt sich dabei keinesfalls um fiese Krankheitserreger, sondern um fest angesiedelte, äußerst freundliche Mitbewohner. Ihre Lebensgemeinschaft wird Flora genannt. Auf unserer Darmschleimhaut befinden sich 500 – 1000 verschiedene Bakterienarten, eine unvorstellbar große Diversität, deren Komplexität bis heute noch nicht vollständig verstanden ist.

Wie genau machen sich Bakterien im Darm nützlich?

Die DarmfloraMikroflora im Darm. Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen können Sie sich wie eine zweite Schutzschicht vorstellen. Eingebettet in einen besonderen Schleim (Mukus), der von den Darmzellen abgesondert wird, bewahren unsere WG-Mitbewohner uns vor der Selbstzerstörung durch eigene Verdauungsenzyme. Darüber hinaus liefern sie uns wertvolle Vitamine, halten unser Immunsystem fit und ernähren unsere Darmzotten. Wir geben Ihnen im Gegenzug Lebensraum und Nahrung.

Zusammengefasst: Bakterien sind für die Darm-Integrität unerlässlich durch oder wegen:

  • der Aufschlüsselung der Nahrung,
  • der Abwehr von pathogenenEntstehung und Entwicklung einer Krankheit Keimen,
  • der Ernährung und Regeneration der Darmzellen,
  • des permanenten Trainings unseres Immunsystems,
  • der Produktion wichtiger Mikronährstoffe (z. B. B-Vitamine, Vitamin K sowie Folsäure) und
  • der Anregung der Darmperistaltik.Rhythmische Kontraktionswellen der glatten Darm-Muskulatur zur Durchmischung und Fortbewegung des Speisebreis

Wie genau unsere physiologischeEntsprechend den normalen Abläufen und Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Gegenteil von Pathologisch = krankhaft Darmflora die Barrierefunktion im Darm aufrecht erhält, erfahren Sie im Beitrag: “Intakte Darmflora – Welche Faktoren sind entscheidend?.”

Alles im Gleichgewicht? Das Ökosystem Darmflora ist äußerst sensibel

Für eine intakte Darmschleimhaut ist eine gesunde Darmflora unumgänglich. Unsere Darmflora schützt uns allerdings nur, solange es ihr gutgeht.

Zum Überleben brauchen unsere Bakterien beispielsweise:

  • die richtige Temperatur,
  • einen bestimmten pH-Wert,
  • Nahrung in Form von Ballaststoffen und
  • eine hohe Darmdiversität

Es ist das Milieu, das stimmen muss!

An sich nachvollziehbar, oder sind Sie leistungsfähig, wenn Sie Hunger haben, frieren oder Ihr Lieblingkollege 3 Monate ausfällt? Bei optimalen Konditionen organisieren sich die Mikroorganismen auf der Darmschleimhaut zu einem komplexen Staat, der für Eindringlinge nur schwer zu attackieren ist. Dort hat jeder Bakterienstamm (z. B. Laktobazillen, Bifidobakterien, Colibakterien oder Enterococcen) seinen festen Platz, eine charakteristische Adresse. Dieses Ökosystem ist dynamisch. Ähnlich wie in einer Großfamilie vermehren sich Mitglieder eines Bakterienstammes, andere sterben. So bleibt der Bakterienstaat unter normalen Umständen immer bestehen, auch wenn ein Teil der Bakterien ständig massenhaft mit dem Stuhlgang nach außen getragen wird. Der lukrative Wohnraum ist allerdings hart umkämpft. Ziehen „nützliche“ Bakterien aus, weil sie beispielsweise durch eine Antibiotika-Behandlung zerstört wurden, stehen „böse“ Vertreter schon vor der Türe und machen sich in den frei gewordenen Wohnungen breit. Auch Pilze und Fäulniskeime. Im Fachjargon wird dieses Phänomen Darm-Dysbiosegestörtes Gleichgewicht zwischen den Bakterienarten im Darm genannt.

Nehmen Sie an dieser Stelle zunächst folgende Information zur Orientierung mit

Beschwerden, die auf eine gestörte Darmflora hindeuten sind:

  • Blähungen, Völlegefühl, Druck und Schmerzen im Bauchraum, Durchfall und Verstopfung,
  • chronische Infekte,
  • chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzeme,
  • Sodbrennen,
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Reizdarm-ähnliche Symptome,
  • Chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen und Migräne,
  • Stimmungsschwankungen oder gar depressive Verstimmung,
  • Libidoverminderung bis hin zur Impotenz und Menstruationsunregelmäßigkeiten sowie
  • Mikronährstoffmängel.

Allen genannten Symptomen gemeinsam ist, dass sie zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen und dauerhaft bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern, wenn sie nur symptomatisch mit Medikamenten behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise Krampflöser, Säureblocker, Abführmittel oder Motilitätshemmer. Genau solche Medikamente werden allerdings schnell und großflächig verordnet, wenn mit derzeit angewendeten Diagnoseverfahren im Trüben gestochert wird. Die Untersuchung mittels Endoskop kann Darm-Dysbiosen und eine defekte Darmschleimhaut nämlich gar nicht erfassen!

Bakterien krank – Darm krank – Alles krank

Warum ist ein verschobenes Darm-Milieu so problematisch? Darm-Dysbiosen, die über Monate oder Jahre bestehen, bleiben nicht ohne Folgen. Sich ausbreitende Fäulnis- und gärungsbildende Bakterien zum Beispiel bilden unerwünschte Stoffwechselprodukte wie Ammoniak, Indole, Phenole oder aromatische Amine. Diese wirken direkt schädigend auf die tight junctions zwischen den Schleimhautzellen des Darms und lockern sie. Die Barrierefunktion geht verloren, die Schleimhaut wird undicht. Ein sogenannter löchriger Darm entsteht. Auf schlau nennt man das Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich “löchriger Darm”. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut.

Ein “löchriger” Darm, das Leaky-gut-Syndrom, steht am Anfang von sehr vielen chronischen Erkrankungen

Eine “löchrige” Darmschleimhaut ist in vielen Fällen der Startschuss für die Entwicklung einer chronischen Erkrankung

Warum? Ab diesem Zeitpunkt gelangen Krankheitserreger, Toxine von Bakterien und Umwelt, Allergene oder schwer verdauliche Proteine (z. B. Gluten) ungehindert in unseren Organismus. Also direkt durch die Löcher zwischen den Zellen. Die hilflosen Immunzellen unter der Schleimhaut werden regelrecht mit Arbeit bombardiert und reagieren in ihrer Verzweiflung mit der Ausschüttung von Botenstoffen (Zytokinen). Und zwar massenhaft! Die Folge: Unter der Schleimhaut entsteht eine chronische, aber stille Entzündung, die sogenannte silent inflammationSynonym für chronisch stille Entzündungen. Versteckte Entzündungen im Organismus, zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und Beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen. Sie ist wie ein Schwelbrand. Wir spüren sie nicht durch Rötungen, Schwellungen, Fieber oder Schmerzen. Solche stillen Entzündungen sind es aber, die unserem Körper auf Dauer chronische Zustände erzeugen.

Zwei Szenarien sind dabei denkbar:

Erstens…

die gestörte Immuntoleranz führt zu einer dauerhaften Überreaktion des Immunsystems und bedingt Autoimmunerkrankungen sowie massiven oxidativen StressStoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen (Radikalen) gekennzeichnet ist im Körper. Hoher oxidativer Stress lässt uns schneller Altern, zerstört unsere DNA und unsere MitochondrienBestandteil innerhalb der Zelle mit eigener Zellmembran. Hautproduzent von Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP), bedingt Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Morbus Parkinson und chronisch entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn, Allergien und Arthritis.

Zweitens…

reguliert das Immunsystem jedoch als Antwort auf die andauernden Entzündungsreize stark herunter, kippt die Immunabwehr auf die andere Seite: Die Immuntoleranz steigt an und das Immunsystem reagiert zunehmend ineffektiv. Notwendige Abwehrreaktionen bleiben aus, Infektionen (z. B. mit dem Epstein-Barr-Virus) können chronisch werden und die Tumoranfälligkeit steigt.

 

Welche chronischen Erkrankungen sind mit einem löchrigen Darm assoziiert?

Ein Leaky-gut-Syndrom und begleitende Silent Inflammations begünstigen sehr viele chronische Erkrankungen wie:

  • Asthma,
  • Rheuma,
  • ADHS,
  • Autismus,
  • rheumatoide Arthritis,
  • metabolisches Syndrom,
  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes,
  • Migräne,
  • Morbus Parkinson,
  • Multiple Sklerose,
  • chronisches Erschöpfungssyndrom,
  • Depressionen,
  • chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED),
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
  • Krebs.

Sie interessieren sich dafür, wie genau ein “löchriger” Darm aussieht? Alle Hintergrundinformationen dazu finden Sie im Beitrag “Leaky gut – Löcher wie ein Schweizer Käse?”

Was fördert den “löchrigen” Darm?

Die Entstehung eines Leaky-gut-Syndroms ist ein schleichender Prozess, der Jahre dauern kann. Meist ist er multifaktorielldurch viele Faktoren oder Einflüsse bedingt bedingt. Was bedeutet das? Löchrig wird Ihr Darm sicher nicht von einer einzigen Fertigpizza oder einer durchzechten Nacht. Betroffene sind typischerweise Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, die nicht gestillt wurden oder die niemals eine Kuh gestreichelt haben. Gleichermaßen gefährdet sind Personen, die bereits früh und häufig Antibiotika einnehmen mussten oder die lange Zeit chronischem Stress ausgesetzt waren und deren Ernährung kohlenhydrat- und zuckerreich und/oder ballaststoffarm war.

Dauerstress hat ebenfalls einen sehr großen Stellenwert. Stress lockert auf hormoneller Basis direkt die engen Zellverbindungen der Darmbarriere, dezimiert wichtige Milchsäure-bildende Bakterien, hemmt die Regeneration und das Wachstum der Darmzellen oder verändert die Passagezeiten des Darminhaltes. Patienten mit der Stresserkrankung Hashimoto zum Beispiel, weisen in den allermeisten Fällen ein Leaky-gut-Syndrom auf.

Chronischer Stress kann ein Leaky-gut-Syndrom bedingen, obwohl Sie niemals Antibiotika eingenommen haben und sich ballaststoffreich und basisch ernährt haben

Halten wir fest: Bildlich gesprochen kann ein Leaky-gut-Syndrom von „innen“ und von „außen“ hervorgerufen werden. Das gemeinsame Merkmal ist die Lockerung der Zellverbindungen und ein Verlust der Schleimhautbarriere.

Für Sie noch einmal im Überblick

Folgende Faktoren fördern die Entstehung eines Leaky-gut-Syndroms:

  • Kein mütterliches Stillen in der Kindheit
  • Fehlender Kontakt zur Natur
  • Häufige Benutzung von Desinfektionsmitteln
  • Antibiotikatherapien
  • Impfungen, v. a. mit zu geringem Abstand zu einer vorausgegangenen Antibiotikaeinnahme
  • Medikamente, v. a. bei Langzeiteinnahme (insbesondere Protonenpumpenhemmer, Antidiabetika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Chemotherapeutika, Cortison und Anti-Histaminika)
  • Falsche Ernährung: Arm an Ballaststoffen, reich an raffiniertem Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln
  • Umweltgifte wie Schwermetalle, Bestrahlungen, Alkohol, Nikotin, Drogen aber auch Tenside aus Wasch- und Spülmittel
  • Überwucherung durch Pilze (z. B. Candida)
  • Mikronährstoffmängel (z. B. Vitamin A, Zink, Vitamin D)
  • Chronischer Stress

Stress ist im Übrigen völlig subjektiv und viele Menschen nehmen ihn als solchen gar nicht wahr. Mehr zu diesem Thema finden Sie auf andrino unter der Basismethode Psyche/Erholung.

Mikrobiologische Therapie oder: Wie bekomme ich die Löcher wieder dicht?

Die gute Nachricht ist, ein Leaky-gut-Syndrom ist prinzipiell reversibel und gut behandelbar. Die angewandte Heilmethode nennt sich Darmsanierung oder mikrobiologische Therapie.

Bei einer Mikrobiologischen Therapie geht es im Wesentlichen darum, die Barrierefunktion des Darms wiederherzustellen und die Darmschleimhaut zu regenerieren

Dazu reicht es allerdings nicht aus, einfach irgendein bakterielles Präparat zu schlucken. Für eine erfolgreiche Darmsanierung müssen zum einen gezielt und kontinuierlich fehlende physiologische Darmbakterien zugeführt werden, zum anderen muss das richtige Milieu für die Ansiedelung der Stämme geschaffen werden. Ist die Therapie erfolgreich, erholt sich das natürliche Gleichgewicht der Flora im Darm von allein und unerwünschte Keime weichen. Wie das genau gelingt, hat die Wissenschaft noch nicht im Detail verstanden. Wir wissen lediglich, dass die Methode funktioniert. Eine mikrobiologische Therapie erfordert allerdings etwas Geduld und vor allen Dingen Ihre Mithilfe. Belohnt werden Sie mit einer nachhaltigen Wirksamkeit, versprochen!

Zusammengefasst: Eine Mikrobiologische Therapie besteht aus folgende Maßnahmen:

  • Schaffung eines idealen bakteriellen Milieus durch nachhaltige Ernährungsanpassung und systematische Einnahme von PräbiotikaLebensmittelinhaltsstoffe, die unverdaut Magen- und Dünndarm passieren und selektiv Wachstum und Aktivität der Darmflora fördern. Beispiele sind Ballaststoffe, Inulin oder Lactulose
  • Stärkung der Darmschleimhaut mittels gezielter Schleimhauttherapie
  • Beständige Zufuhr von Bakterien in hochkonzentrierter Form durch professionelle ProbiotikaLebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge verabreicht, einen gesundheitlichen Nutzen haben. Beispiele sind Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien, individuell nach Darmflora-Analyse. Die Gabe erfolgt über mehrere Monate, je nach Zustand der Darmschleimhaut
  • Gegebenenfalls Stressbehandlung und Stressbewältigung

Der Zustand Ihrer Darmschleimhaut lässt sich relativ einfach, aber ziemlich genau nachweisen

Am aussagekräftigsten ist nach wie vor die Detektion der Bakterienzahl- und diversität aus einer Stuhlprobe. Die Konstitution der tight junctions Spezielle Zellkontakte, die als mechanische Barriere fungieren. Epithelzellen werden über bestimmte Membranproteine (Occludine) reißverschlussartig aneinander geheftetkann aus der gleichen Stuhlprobe oder separat über eine Blutprobe erfasst werden. Bestimmt werden hierfür sogenannte Schleimhautmarker (z. B. Zonulin). Rückschlüsse auf den Ernährungs- und Verdauungsstatus liefern eine Messung des pH-Wertes, bestimmte Verdauungsenzyme sowie die Bestimmung von Verdauungsrückständen.

Egal also, an welcher chronischen Erkrankung Sie leiden: Lassen Sie Ihre Darmflora und relevante Laborparameter des Leaky-gut-Syndroms bestimmen. Besonders dann, wenn Sie an Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Asthma oder Allergien leiden. Leiden Sie an einem Leaky-gut-Syndrom, zeigen aber ein intaktes Darm-Milieu sowie eine hohe Darm-Diversität, können Sie von einer Stress-bedingten Ursache ausgehen.

Wertvolle Tipps und wie Sie eine Darmsanierung professionell angehen, finden Sie hier.

Unser andrino Tipp zur Darmgesundheit

Eine defekte Darmschleimhaut spielt bei nahezu allen chronischen Erkrankungen eine große Rolle oder hat zumindest eine gewisse Mitbeteiligung. Folgender Grundgedanke ist dabei wichtig:

Ein “löchriger” Darm ist nicht die eigentliche Ursache einer chronischen Erkrankung. Allerdings trägt er wesentlich zur Entwicklung einer Solchen bei.

Eine undichte Schleimhaut ist die zentrale Eintrittspforte für pro-entzündlicheSubstanz, die das Immunsystem veranlasst Botenstoffe (Zytokine) auszuschütten und so eine Entzündungsreaktion im Körper vorantreibt Stoffe. So wird der Organismus angreifbar und unser Immunsystem ineffektiv. Die chronische Erkrankung, die meist Jahre später auftritt, ist lediglich als Folge zu verstehen. Erste Anzeichen für eine kranke Darmflora liefern hartnäckige Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Reizdarm oder Nahrungsmittelintoleranzen. Wenn Sie an solchen Beschwerden leiden oder sogar an einer chronischen Erkrankung, sollte die Abklärung eines “löchrigen” Darms äußerste Priorität haben. Auch Menschen mit einer hohen Stressbelastung können ebenfalls ein Leaky-gut-Syndrom aufweisen, sogar ganz ohne Verdauungsbeschwerden.

Bei Vorliegen eines Leaky-gut-Syndroms sollte die mikrobiologische Therapie die Grundlage jeder weiteren biologisch-medizinischen Behandlung sein.

Für den nachhaltigen Erfolg suchen Sie einen Therapeuten mit Schwerpunkt auf mikrobiologische Therapie bzw. Darmsanierung. Denken Sie bitte immer daran, die Behandlung einer bereits länger bestehenden Darm-Dysbiose ist nur dann erfolgreich, wenn sie individuell und nach Stuhlanalyse erfolgt. Bringen Sie ein bisschen Geduld und Durchhaltevermögen mit. Sie werden garantiert belohnt!

Folgende Literatur diente darüber hinaus als Grundlage für diesen Artikel und kann Ihnen weiterführende Informationen vermitteln: ,,,,,,

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