Warum und wie machen Gifte chronisch krank?

Der deutsche Arzt Heinrich Reckeweg (1905 – 1985) hat ein anschauliches, leicht zu verstehendes Bild des Weges der Gifte durch den menschlichen Organismus beschrieben, das heute fest zu den Grundlagen der Biologischen Medizin gehört: Das Reckeweg-Schema, auch Homotoxinlehre nach Reckeweg genannt. Er beschreibt darin die einzelnen Abschnitte dieses Weges in 6 Stufen, in die sich alle gängigen Erkrankungen eingliedern lassen.

Was passiert, wenn ein Giftstoff in unseren Körper gelangt und wie macht er chronisch krank?

Warum und wie machen Gifte chronisch krank?

1. Stufe: Die Exkretionsphase

Exkretion bedeutet Ausscheidung. Ein gesunder Organismus hat wirksame Methoden, Gifte sofort wieder auszuschleusen, entweder durch Erbrechen oder per Durchfall. Der Durchfall ist dabei eine Reaktion des Körpers, der sozusagen reflexartig auf Durchzug stellt, wenn er einen Giftstoff erkennt. Dazu muss dieser nicht erst in den Darm gelangen, das geht meist viel schneller. Es ist deshalb unsinnig, eine akute Diarrhoe (Durchfall) mit Mitteln zu bekämpfen, die die Darmperistaltik – die Darmbewegungen – lahmlegt.

Wenn Giftstoffe zu lange im Dünndarm verbleiben, hat das fatale Folgen: der Darm wird „löcherig“ (Leaky gut-Syndromugsp: „löchriger Darm“: geschädigte Barriere der DarmschleimhautUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut). Die Schadstoffe gelangen dann auf die „andere Seite“ der Darmschleimhaut, also ins Blutgefäßsystem. Dies ist der wichtigste erste Schritt auf dem Weg in die chronische Erkrankung!

Es gibt natürlich noch andere Gründe, die einen Darm durchlässig werden lassen. Dazu mehr finden Sie in dem Beitrag: „Leaky gut – Löcher wie ein Schweizer Käse?

2. Stufe: Die Inflammationsphase

Wenn Giftstoffe die erste Barriere überwunden haben und in den Blutkreislauf gelangt sind, muss sich der Körper mit einem neuen Mittel zur Wehr setzen. Er bedient sich dabei des Immunsystems. Makrophagenspezialisierte weiße Blutkörperchen. Große und frei bewegliche Fresszellen des Immunsystems. Wandern frei im Bindegewebe. Phagozytieren (fressen) Tumorzellen, Mikroorganismen sowie überalterte oder abgestorbene körpereigene Zellen (z.B. Erythrocyten) und Gewebetrümmer (z.B. aus Entzündungsreaktionen). , T-LymphozytenUntergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten): Zellen des menschlichen Bluts, Teil des Immunsystems. Gezielte Abwehr von Fremdstoffen, insbesondere von Infektionserregern oder gegen veränderte körpereigene Zellen (z.B. Tumorzellen) , aber auch die spezifische Abwehr mittels Antikörper versuchen gemeinsam, die Schadstoffe unschädlich zu machen und aus dem Organismus z. B. über das Lymphsystem zu entfernen.

Das ist immer mit einem Entzündungsvorgang verbunden. Deshalb heißt dieses Stadium Inflammationsphase (also Entzündungsphase). Falsch wäre es jetzt, das Immunsystem z. B. mit Immunsuppressiva zu unterdrücken oder das Fieber einfach zu senken.

3. Stufe: Die Depositionsphase

Wenn auch das gesamte Immunsystem es nicht schafft mit den Giften fertig zu werden, behilft sich der Körper mit einem Trick: Er speichert diese Gifte in Teilen des GrundgewebeSyn. Bindegewebe, Grundsubstanz, Zellmatrix, Gewebematrix oder Pischinger Raum: Nach Biologisch medizinischer Auffassung Drehscheibe der Information und des Stoffaustausches. „Raum“ außerhalb der Zellen. Zentrale Transitstrecke zwischen Gefäßssystem und Zelle mit wichtigen regulativen Funktionen.sSyn. Bindegewebe, Grundsubstanz, Zellmatrix, Gewebematrix oder Pischinger Raum: Nach Biologisch medizinischer Auffassung Drehscheibe der Information und des Stoffaustausches. „Raum“ außerhalb der Zellen. Zentrale Transitstrecke zwischen Gefäßssystem und Zelle mit wichtigen regulativen Funktionen. ab, die „weniger lebenswichtig“ sind, meist Fettdepots. Sie erinnern sich: das Grundgewebe als „Primärmülldeponie“. Damit sind sie aus dem Verkehr gezogen und können den Zellen, den Organen nicht schaden. Eine wichtige Pufferfunktion des Grundsystems.

Wenn alles klappt, kann der Organismus in weniger belasteten Zeiten diese Gifte wieder „mobilisieren“ und der Ausscheidung, z. B. über das Immunsystem, zuführen. Sie sehen: Die Stufen 1 bis 3 betreffen immer noch das Aquariumwasser, das Grundgewebe. Zellen und Organe (Fische) sind noch nicht bedrohlich in Mitleidenschaft gezogen (hier finden Sie alles über den Fisch im Aquarium, die Grundgedanken der Biologischen Medizin). Ist aber die Speicherfähigkeit des Grundgewebes erschöpft, dann geht es der Zelle an den Kragen. Man bezeichnet den Übergang von Stufe 3 zu Stufe 4 als den „biologischen Schnitt“.

4. Stufe: Die Imprägnationsphase

Die Überflutung des Grundgewebes mit Giftstoffen führt dazu, dass sich diese direkt auf den Organzellen ablagern. Zum ersten Mal bekommen es die „Fische“ mit den Giften zu tun. Das Fatale an diesem Stadium: Die Homotoxine auf den Zelloberflächen führen dazu, dass das Immunsystem getäuscht wird. Es erkennt die Zelloberfläche fälschlicherweise als Fremdkörper und eliminiert die Organzelle komplett. Ebenso konsequent, wie es eine Krebszelle eliminieren würde.

Wirklich ein Krimi! Die Körperpolizei erkennt fälschlicherweise die an sich gute körpereigene Zelle, die ja „nur“ auf der Oberfläche durch das Anhaften der Giftstoffe anders aussieht, als fremd und bedrohlich und vernichtet sie. Damit schädigt das eigene Immunsystem körpereigene Strukturen. Man nennt dies die Autoimmunerkrankung.

Autoimmunerkrankungen gibt es viele, z. B. Multiple Sklerose. Da fressen eigene Immunzellen die AxoneZellfortsatz einer Nervenzelle für die aufsteigende Weiterleitung eines Signals. (der Nervenzellen) an. Typ 1 Diabetes: da werden die Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse vernichtet. Sie können dann kein Insulin mehr produzieren. Viele Hauterkrankungen (Neurodermitis, PsoriasisSchuppenflechte. Chronische Hautkrankheit mit scharf begrenzten rötlichen Flecken, die mit matt–silbrigen Schuppen bedeckt sind ) haben einen autoimmunen Hintergrund. Die klassische Lösung lautet dann immer: ImmunsystemKomplexes System aus verschiedenen Organen und spezialisierten Zellen, welches körperfremde Substanzen (z.B. Bakterien, Viren, Eiweiße) sowie fehlerhafte, körpereigene Zellen identifiziert und wenn möglich vernichtet. unterdrücken, mit immer stärkeren Mitteln (ImmunsuppressivaArzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems.) und im Notfall die Milz entfernen, die u. a. die Immunzellen produziert. Wer aber bitte soll dann die Krebszellen abwehren? Wäre es nicht einen Versuch wert, die Homotoxine aus dem Organismus zu entfernen? Zu versuchen, die Ablagerungen auf den noch funktionsfähigen Körperzellen zu entfernen und den Rückweg Richtung Stufe 1 einzuschlagen?

5. Stufe: Die Degenerationsphase

Ab jetzt dringen die Gifte in den Fisch ein, jetzt geht’s ihm an den Kragen. Die Zelle ist immer weniger dazu in der Lage, ihre eigentliche Funktion zu erfüllen. Sie degeneriert. In der Folge fehlen dann z. B. EnzymeBiokatalysatoren aus Eiweiß, die zur Beschleunigung von chemischen Reaktionen beitragen. Nahezu jede Stoffwechselreaktion wird enzymatisch begleitet , die diese Zelle hätte produzieren sollen und die Sauerstoffversorgung klappt nicht mehr. Der Mensch ist in dieser Phase chronisch krank.

Aber heißt das wirklich, unwiederbringlich krank? Sie haben sicher noch im Kopf, dass jedes Organ sich durch die physiologische Zellerneuerung regenerieren kann. Allerhöchste Zeit in diesem Stadium damit anzufangen, das Grundsystem zu entlasten, damit dies noch gelingen kann. Und zwar entlasten in allen Stufen 1 bis 4. Den Giftungsweg umdrehen. Das Anströmen neuer Toxine bremsen. Das ist Biologische Medizin.

6. Stufe: Das Neoplasma

Wenn alle Funktionen der Organzellen zum Erliegen gekommen sind, bricht Chaos aus. Die Zellen stellen ihren Stoffwechsel auf anaerobSyn. sauerstoffunabhängig; Gegenteil von aerob: Stoffwechselprozesse von Zellen oder Organismen, die nur unter Ausschluß von Luft-Sauerstoff ablaufen können um, atmen keinen Sauerstoff mehr, produzieren keine eigenen Substanzen mehr, sie entarten. Es entsteht Krebs.

Erst in dieser Stufe greifen klassische medizinische Ansätze ein: Sie versuchen, die Krebszellen zu zerstören (Zytostatikachemisch uneinheitliche Arzneimittel, die das Zellwachstum hemmen und bei Tumorerkrankungen die unkontrolliert wuchernden bösartigen Zellen vernichten sollen. und Bestrahlung) oder wenigstens, den Tumor weg zu operieren. Aber wie soll denn das von Erfolg gekrönt sein, wenn man nicht versucht, den langen Weg, der zu diesem Stadium geführt hat – oft sind das Jahre oder Jahrzehnte – wieder zurück zu gehen?

Einer der wichtigsten Wege aus der chronischen Erkrankung ist die Umkehr im Reckeweg-Schema, um die fundamentale Heilung über die natürliche Zellerneuerung zu erreichen!

Wenn Sie die Logik dessen, was Sie bisher gelesen und gesehen haben, verstehen, nachvollziehen können und für richtig erachten – nur dann – sollten Sie weiterlesen. Denn die Wege, die Sie in den folgenden Kapiteln kennenlernen werden, ergeben sich folgerichtig aus dieser Logik.

In der Konsequenz sind sie einfach:

  • Wie stoppe ich den Einstrom neuer Gifte in meinen Körper?
  • Wie bekomme ich belastende Giftstoffe wieder aus meinem Körper hinaus? Stichwort: Entgiftung.

Einführung in die Biologische Medizin

Felix Schielein hat Pharmazie studiert und in pharmazeutischer Analytik promoviert. Er war Qualitätskontroll-Leiter bei einer pharmazeutischen Firma und Laborleiter in der chemischen Untersuchungsstelle der Bundeswehr. In seinem aktiven Berufsleben war er seit 1981 selbstständiger Apotheker. Felix Schielein hat von Anfang an versucht, biologisch-medizinische Inhalte in seiner Apothekenpraxis umzusetzen.

 Ergebnis dieser Tätigkeit war die Gründung der Firma „Torre ganzheitliche Pharmazie GmbH“, um auch anderen Apothekern die Inhalte der biologischen Medizin für Ihre Beratung zu vermitteln. Seine Leidenschaft ist es, in Vorträgen und Schulungen Ärzten und Apothekern das andersartige Denken zu vermitteln, das Voraussetzung für das Verständnis der biologischen Medizin ist. Sein Lebenswunsch ist es, die biologische Medizin als gleichberechtigte Disziplin im medizinischen Gesundheitswesen zu etablieren.




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