Hashimoto: Welche Symptome treten auf?

Die Hashimoto Thyreoiditis zählt zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen im Erwachsenenalter. Doch da sich die Beschwerden meist schleichend einstellen und manchmal widersprüchlich sind, wird sie oft viel zu lange nicht erkannt. Informieren Sie sich hier, welche Symptome auf eine Hashimoto Thyreoiditis hindeuten können und was nach der Diagnose für Sie wichtig ist.

Hashimoto: Welche Symptome treten auf?

Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät

Bei Hashimoto kommt es zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung, die nicht unbedingt schmerzhaft sein muss. Möglicherweise leiden Sie unter Schluckbeschwerden oder haben das Gefühl eines “Kloß im Hals”. Da die Schilddrüse nach und nach ihre Funktion einbüßt, stellt sich mit der Zeit eine Unterfunktion (Hypothyreose) ein. Salopp ausgedrückt bedeutet das: Alle Stoffwechselvorgänge verlangsamen sich, Sie sind müde und nehmen leicht an Gewicht zu. Doch vor allem in der Anfangszeit, wenn die Entzündungsprozesse die Zellen zerstören und dadurch verstärkt Hormone der Schilddrüse freigesetzt werden, kann es auch zu Phasen einer Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) kommen. Typisch dafür sind Beschwerden wie Nervosität, vermehrtes Schwitzen, Herzklopfen oder Schlaflosigkeit. Nicht selten werden diese Hashimoto-Symptome bei der Frau als “Wechselbeschwerden” fehlgedeutet.

Alle Symptome der Hashimoto Krankheit im Überblick:

Schilddrüsenüberfunktion Schilddrüsenunterfunktion
Gewichtsverlust Gewichtszunahme
Schwitzen Frieren
Zittern Antriebsarmut
Nervosität Konzentrationsschwäche
Durchfall Verstopfung
Herzklopfen Müdigkeit, Schwäche
Haarausfall Haarausfall
Trockene Haut Trockene Haut
Brüchige Nägel Brüchige Nägel
Verminderte Fruchtbarkeit Verminderte Fruchtbarkeit
Zyklusstörungen (Frauen) Zyklusstörungen (Frauen)
Heiserkeit und Husten
Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin- und/oder Triglyzeride)
Kropfbildung
Schwellungen im Gesicht, an Armen und Beinen

 

Hashimoto in der Schwangerschaft: So klappt es mit dem Kinderwunsch

Gerade für junge Frauen ist es bitter: Schwanger werden mit Hashimoto Thyreoiditis kann etwas schwieriger sein als für “Gesunde”. Das liegt daran, dass die Schilddrüsenhormone den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Trotzdem muss auch mit Hashimoto ein Kinderwunsch kein unerfüllbarer Traum bleiben! Schwanger werden mit Hashimoto ist möglich, auch wenn es manchmal einer intensiveren medizinischen Betreuung bedarf.

Schwanger werden mit Hashimoto – unsere Tipps

Wenden Sie sich an einen erfahrenen Arzt, der ausreichend Erfahrung in der Behandlung von Schilddrüsen-Patientinnen hat! Am besten bereits, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Möglicherweise wird er Ihre Schilddrüsenwerte nach einer gründlichen Untersuchung neu einstellen. Häufig benötigen Schwangere mehr Schilddrüsenhormone, da der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Damit verbunden ist auch ein erhöhter Jod-Bedarf. Oft ist eine zusätzliche Jod-Zufuhr (in Kombination mit Folsäure) sinnvoll, wobei es zwei Dinge abzuwägen gilt: Zu wenig Jod kann die Nervenentwicklung des Fötus beeinträchtigen und daher Ihrem Ungeborenen schaden. Eine zu hohe Jod-Dosis andererseits verstärkt eventuell Ihre Schilddrüsenentzündung. Die optimale Dosis lässt sich immer nur individuell bestimmen.

Hashimoto an der Wurzel packen

Biologische Mediziner bestimmen vor, während und nach einer Schwangerschaft neben den gängigen TSH-Werten weitere Schilddrüsen-Parameter, die eine individuelle Hormoneinstellung ermöglichen. Experten der Biologischen Medizin arbeiten u. a. mit sogenannten Bioidentischen Hormonen. Das sind natürliche Schilddrüsenpräparate, die neben den Hormonen L-Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) weitere wichtige Hormone enthalten, die Ihre Schilddrüse benötigt. Alles über Bioidentische Hormone finden Sie im Beitrag “Bioidentische Hormontherapie: Die sanftere Alternative für Hashimoto-Patienten“. So genießen viele Patienten nach einer professionellen Hormoneinstellung durchaus Beschwerdefreiheit. Die Biologische Medizin weiß: damit es Mama und Kind ein Leben lang gut geht, muss Hashimoto neben der symptomatischen Behandlung an seiner Wurzel gepackt werden. Für werdende Mütter ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung das A und O. Eine biologische Therapie, u. a. mit Jod, Selen und Vitamin D und eine professionelle Darmsanierung können die Schilddrüsenentzündung und den Autoimmunprozess stoppen.

Hashimoto Thyreoiditis: Symptome wechseln häufig im Verlauf

Wie viele Autoimmunerkrankungen verläuft auch Hashimoto oft in Schüben. Die Symptome einer Über- und Unterfunktion können sich daher im Krankheitsverlauf abwechseln oder überlappen. Als anfängliche Symptome bei einem Hashimoto-Schub treten oft Gewichtsverlust, Nervosität, Muskelzittern oder Durchfall auf. Ein weiteres Anfangssymptom bei Hashimoto kann Haarausfall sein. Später, wenn die Zerstörung der Schilddrüse fortschreitet, dominieren die Anzeichen einer Schilddrüsen-Unterfunktion: Gewichtszunahme trotz gleichbleibender Ernährung, Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Depressionen, Verstopfung, niedriger Puls oder Zyklusstörungen, um nur einige typische Symptome bei Hashimoto zu nennen. Darüber hinaus kann Hashimoto auch die Augen und die Haut in Mitleidenschaft ziehen. Ein zum Glück seltenes Beschwerdebild ist die Hashimoto-Enzephalopathie, die sich durch psychiatrische Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Verwirrung oder Halluzinationen auszeichnet.

Hashimoto – die chronische Schilddrüsenentzündung

Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum die Symptome bei Hashimoto eigentlich so vielseitig sind? Bei der Hashimoto Krankheit ist die Schilddrüse entzündet. Das bedeutet, dass das Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Strukturen der Schilddrüse produziert. Die Erkrankung Morbus Hashimoto wird deshalb auch Autoimmun-Thyreoiditis [mediz. Thyreoiditis: Entzündung der Schilddrüse] genannt. Die Autoimmunreaktion lässt die Schilddrüsenzellen langsam absterben, in denen die Hormonproduktion stattfindet. Im Beitrag “Was genau passiert in der Schilddrüse bei Hashimoto?” erklären wir Ihnen wie die Schilddrüsenhormone Einfluss auf den gesamten Körper nehmen.

Was tun gegen die Schilddrüsenentzündung?

Wichtig für Sie zu wissen ist: Hashimoto ist keine isolierte Erkrankung der Schilddrüse, sondern eine Fehlsteuerung des Immunsystems! Die übliche Behandlung durch Schilddrüsenhormone kann zwar die Beschwerden lindern, ändert aber nichts an den zugrunde liegenden Krankheitsprozessen. Um bei Hashimoto die Entzündung zu stoppen, müssen vielmehr die wahren Ursachen angegangen werden. Die Biologische Medizin betrachtet den Menschen ganzheitlich und kann so auf ganz erstaunliche Behandlungserfolge bei Hashimoto-Patienten zurückblicken. Experten auf dem Gebiet bringen viele Patienten bis zur Beschwerdefreiheit, in manchen Fällen regeneriert sich die Schilddrüse sogar vollständig. Biologische Mediziner wissen: die wahre Ursache der Schilddrüsenentzündung ist nicht selten eine Kombination aus kranker Darmschleimhaut (dem sogenannten Leaky-gut-Syndrom), einem Nährstoffmangel und einer falschen Ernährung.

Hier auf andrino haben wir zahlreiche weiterführende Informationen für Sie gesammelt: Lesen Sie mehr über die Rolle von Jod bei Hashimoto, wie sich Hashimoto durch Selen behandeln lässt und welchen Einfluss ein möglicher Vitamin-D3-Mangel auf die Schilddrüse haben kann. Sie wollen den Gesamt-Überlick, welche Therapiemethoden der Biologischen Medizin bei Hashimoto infrage kommen? Dann kann Ihnen folgender Beitrag weiterhelfen: “Hashimoto Thyreoiditis: Chronische Schilddrüsenentzündung – und was nun?

Wer diagnostiziert Hashimoto?

Für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Hormon-bildenden Drüsen (wie eben der Schilddrüse) ist ein Facharzt für Endokrinologie. Bei der Endokrinologie handelt es sich um die Lehre von der Morphologie und Funktion der Drüsen mit innerer Sekretion. Der spezialisierte Endokrinologe sieht und diagnostiziert allerdings nur das ernüchternde Ergebnis der Hashimoto Erkrankung, nämlich die entzündete Schilddrüse. Er behandelt nach den aktuellen medizinischen Leitlinien lediglich die Symptome der Autoimmunreaktion mit Hormonpräparaten. Der Behandlungserfolg wird an einer Normalisierung der Schilddrüsen-Werte TSH, T3 und T4 bemessen. Sind diese Laborparameter in der Norm, gelten die Patienten als gesund. Weiterhin anhaltende Beschwerden werden dann leider häufig ignoriert. Wenn Sie auf Dauer wirklich beschwerdefrei werden wollen, brauchen Sie einen biologischen Arzt oder Therapeuten, der sich möglichst auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert hat. Derzeit arbeiten wir an einem deutschlandweiten Therapeuten-Verzeichnis. Bleiben Sie doch einfach auf dem Laufenden.

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