Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis – Das große Ganze

Wissenschaftler suchen seit Jahren nach dem EINEN Auslöser der Hashimoto-ThyreoiditisEntzündung der Schilddrüse. Allerdings kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es sich vielmehr um eine multifaktorielle Pathogenesedurch viele Faktoren und Einflüsse bedingte Krankheitsentstehung handelt. Veranschaulicht dargestellt: Ein großes Fass mit einem Ablauf aber vielen Zuläufen, im übertragenen Sinne steht jeder Zulauf für einen Faktor, der den Autoimmunprozess fördert. Lange bevor Sie die ersten Symptome bemerkt haben, waren bereits pathologischeFachbegriff für krankhaft, pathogen. Lehre von den abnormalen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper und deren Ursachen Prozesse in Ihrem Körper im Gange, die den Wasserpegel in Ihrem Fass stetig nach oben getrieben haben. In dem Moment, indem sich die Krankheit manifestiert hat, ist das Fass übergelaufen.

Hashimoto ist KEINE isolierte Erkrankung der Schilddrüse, sondern eine Störung Ihres Immunsystems!

Was bedeutet das für den Erfolg Ihrer Therapie? Stoppen können Sie diesen Prozess dann, wenn Sie einen Hahn nach dem anderen an Ihrem Fass zudrehen, also ALLE Ursachen angehen und deren Zusammenhang in einer übergeordneten Einheit begreifen. Zugegeben, das macht eine erfolgreiche Behandlung nicht ganz einfach. Dennoch, nach Aussage von vielen biologisch-medizinischen Therapeuten haben Sie mit einem ganzheitlichen Therapiekonzept eine reelle Chance den Autoimmunprozess zu stoppen und Ihre Schilddrüse in RemissionVorübergehende oder dauernde Abschwächung der Symptome bei chronischen Erkrankungen, ohne dass eine Heilung erreicht wird zu bringen. In manchen Fällen sogar vollständig zu regenerieren! Eine weitere gute Nachricht ist, zentrale biologisch-medizinische Therapiebausteine, wie Psyche/Erholung, Ernährung, Darmsanierung, Entgiftung und Orthomolekulare Therapie (andrino Basismethoden) setzen exakt an den Hauptzuläufen Ihres Fasses an. Also dort, wo das Dilemma entstanden ist.

Folgender Beitrag gibt Ihnen einen guten Überblick über derzeit diskutierte oder bereits bekannte Ursachen der Erkrankung Morbus Hashimoto. Finden Sie heraus, welche Mechanismen an welcher Stelle wo zusammenführen. Die perfekte Grundlage für eine erfolgreiche Hashimoto-Therapie.

Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis – Das große Ganze

Das ist ja unFASSbar oder wie Hashimoto ganze Fässer zum Überlaufen bringt

Sehen wir uns die multifaktorielledurch viele Faktoren oder Einflüsse bedingt Fasstheorie der Hashimoto-Thyreoiditis einmal genauer an. Die Zuläufe des Fasses stehen bildlich gesprochen für alle Faktoren (Trigger), die eine Autoimmunerkrankung mitbedingen können. Der Ablauf im unteren Teil des Fasses verkörpert alle Aspekte, die der Entstehung einer Autoimmunerkrankung entgegenwirken. Wann gerät das System aus dem Gleichgewicht? Klar, wenn der Zulauf dem Ablauf überwiegt! Das geht natürlich schneller, wenn das Fass am Anfang des Lebens bereits halb gefüllt ist, z. B. wenn Sie eine genetische PrädispositionSynonym für genetische Disposition, genetische Veranlagung. Erblich bedingte Anlage bzw. Empfänglichkeit eines Organismus für bestimmte Erkrankungen (Veranlagung) haben. Es kann jedoch auch sein, dass das fast leere Fass ganz plötzlich sehr voll wird, etwa bei einem akuten gesundheitlichen Problem (eine Erkrankung oder hartnäckige Infektion), oder nach einem schlimmen psychischen StressorFaktor, der Stress auslöst (z. B. Umzug, Kündigung, Beziehungsaus, Todesfall). Es ist bekannt, dass Autoimmunerkrankungen häufig direkt nach einem sehr großen Stress-Reiz auftreten.

 

Im Überblick, zu den bekannten ursächlichen Faktoren einer Hashimoto-Thyreoiditis gehören:

ugsp: „löchriger Darm“: geschädigte Barriere der Darmschleimhaut

  • Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut (löchriger Darm)
  • Umweltgifte (Schwermetalle, Nikotin, Drogen, Alkohol, Ionisierende Strahlung)
  • Ernährung: Konservierungs- und Zusatzstoffe, kohlenhydrat- und zuckerhaltig, Süßstoffe und vor allem Gluten, v. a. in Kombination mit Darm-Dysbiosengestörtes Gleichgewicht zwischen den Bakterienarten im Darm und Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut
  • GenetischKrankheitsprozess, der durch eine, qualitativ oder quantitativ von der Norm abweichende Bakterienflora im Darm (Ungleichgewicht der Darmflora) ausgelöst wirdGenetisch bedingte Glutensensitivität oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Stress (chronisch/psychosozial/körperlich, Traumata, Schlafprobleme)
  • Genetische Veranlagung (Prädisposition)
  • Spezielle hormonelle Konstellationen (Schwangerschaft, Wechseljahre, Pille)
  • Chronische virale Belastungen und Infektionen (Hepatitis C, Epstein-Barr-Virus, Lyme Borreliose, Schimmelpilzinfektionen)
  • Chronische Herde (z. B. Zahnherde, Piercings, Implantate), die Entzündungen im Körper fördern
  • Überaktivität des Immunsystems durch andere Autoimmunerkrankungen
  • Nährstoffmängel (v. a. Jod, Selen, Vitamin D)
  • Genetisch bedingte schlechte Entgiftungsmöglichkeit

 

In der Tat, das sind ziemlich viele Aspekte, die Sie potenziell unter die Lupe nehmen müssen. Insgesamt ist die PathogeneseEntstehung und Entwicklung einer Krankheit der Hashimoto-Thyreoiditis so umfangreich, dass deren ausführliche Beschreibung den möglichen Rahmen des Artikels sprengen würde. Der Trost ist allerdings, dass nicht bei jedem Hashimoto-Patienten alle Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen. Hingegen, gibt es sogenannte „Hauptverdächtige“, die quasi bei allen Patienten relevant sind. Sie werden zum Beispiel schnell merken, dass der Darm bei der Hashimoto-Thyreoiditis, eine ganz zentrale Stellung einnimmt, wie übrigens bei allen Autoimmunerkrankungen!

Wie finden Sie Ihre persönlichen Ursachen am besten heraus? Das schaffen Sie durch eine ausführliche Anamnese sowie eine gezielte Laboranalytik zusammen mit einem geeigneten Therapeuten. Welche ParameterSynonym für Laborwert, Marker. Quantitatives oder qualitatives Ergebnis einer Untersuchung von Körpermaterialien (z.B. Blut, Urin), im erweiterten Sinn auch der Messung von Körperfunktionen im Einzelnen sinnvoll sind, erfahren Sie in weiterführenden Artikeln auf andrino.

 

Lassen Sie uns die Hauptursachen der Hashimoto-Thyreoiditis noch einmal in 3 übergeordnete Aspekte zusammenfassen:

  1. Genetisch bedingte Anfälligkeit
  2. Umweltfaktoren und Infektionen
  3. Lebensstil und Ernährung

 

In den folgenden Abschnitten sollen die wichtigsten Ursachen näher beleuchtet werden.

 

Alles Genetik oder was?

Tatsächlich, die familiäre Häufung autoimmuner Erkrankungen lässt vermuten, dass genetische Faktoren an der Entstehung von Hashimoto beteiligt sein könnten. Es konnten sogar mehrere Gene lokalisiert werden, die bei Veränderung einen prädispositionierenden Einfluss auf die Entstehung einer Autoimmunerkrankung ausüben. Nach derzeitigem Wissen allerdings nicht speziell für Hashimoto-Thyreoiditis. Prädisponierend heißt nicht, dass genetische Faktoren die alleinige Schuld an der Erkrankung haben. Vielmehr handelt es sich um eine entsprechende Vorbelastung im Erbgut, welche die Wahrscheinlichkeit erhöht, die entsprechende Erkrankung zu entwickeln. Für eine tatsächliche ManifestationIm klinischen Sinne: Prozess des „Erkennbarwerdens“ einer bis daher oder zwischenzeitlich symptomatisch nicht wahrnehmbaren Krankheit müssen weitere exogeneAußerhalb des Körpers entstehend, von außen kommend Faktoren (Umweltfaktoren) dazu kommen. Aus Sicht der Biologischen Medizin, ist die Hashimoto-Thyreoiditis ganz klar eine Erkrankung, deren Entstehung im Wesentlichen durch Umweltfaktoren gefördert wird. Gegenwärtig kommen sogenannte epigenetische Aspekte hinzu. EpigenetikWissenschaftlicher Teilbereich der Biologie, der sich damit beschäftigt, welche Faktoren die Aktivität eines Gens beeinflussen ohne dabei der DNA-Sequenz zu ändern bedeutet, dass DNA-Abschnitte unserer genetischen Grundausstattung durch äußere Faktoren wie Traumata oder bestimmte Stressreize nachhaltig biochemisch modifiziert werden können. Diese Veränderung kann ein Gen ab- oder anschalten oder generell in seiner Ausprägung verändern.

Stress hat also auch Einfluss auf unsere Gene!

 

Sie haben Schwierigkeiten diesem Sachverhalt zu folgen?

Stellen Sie sich doch einmal einen Motor vor: Ist Ihr Motor schon etwas älter, oder stammt er gar aus einem Unfallwagen, können Sie Ihr Auto damit noch viele Jahre fahren, vorausgesetzt Sie achten auf regelmäßige Ölwechsel und fahren die meiste Zeit defensiv. Brettern Sie hingegen regelmäßig mit 250 km/h über die Autobahn, lässt ein Motorschaden wahrscheinlich nicht lange auf sich warten. Umgekehrt können Sie natürlich länger heizen, wenn Sie einen top aktuellen Motor mit deutschem Qualitätssiegel besitzen (im übertragenen Sinne also keine genetische Prädisposition aufweisen).

 

Gibt es Hashimoto Gene?

Nein, nicht spezifisch für die Hashimoto-Thyreoiditis. Es konnten einige Gene ausfindig gemacht werden, deren molekulargenetischeMethode der Genetik, bei der definierte Abschnitte der DNA (Erbgut) oder die gesamte Erbsubstanz detektiert werden Veränderung generell mit der Entstehung von Autoimmunerkrankungen einhergeht. Beispielsweise gibt es DNA-Abschnitte, die verantwortlich für die Ausprägung bestimmter HLA-Moleküle (Human Leukocyte Antigen) sind. Sie liegen genomweit in der sogenannten MHC-Region (Haupthistokompatibilitätskomplex). Diese HLA-Proteine sind membranständigProteine, die zwar auf einer Seite einer Biomembran (z.B. Zellmembran) lokalisiert sind. Sie übernehmen z.B. wichtige Signalfunktionen von „außen“ nach „innen“ und repräsentieren die „individuelle Signatur“ einer Zelle. Sind sie verändert, ist die Gefahr groß, dass selbst ein gestandener, immunkompetenterZellen, die im Rahmen der Immunreaktion Aufgaben der unspezifischen und spezifischen Abwehr übernehmen T-LymphozytUntergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Zellen des menschlichen Bluts, Teil des Immunsystems. Gezielte Abwehr von Fremdstoffen, insbesondere von Infektionserregern oder körpereigenen Zellen (z.B. Tumorzellen) die Zelle als körperfremd erkennt. Perfekte Voraussetzungen für eine vorschnelle Bildung von Autoantikörpern! Weitere bekannte DNA-Abschnitte kodierenSyn. für verschlüsseln. Biologischer Bedeutung: Das betreffende Gen trägt die Information für das Protein. für Proteine, die für die T-Zellregulation verantwortlich sind, also eine Überaktivierung des Immunsystems unterdrücken. Beispiele hierfür sind CTLA-4, PTPN22 Gen oder Inter-leukin-2 Rezeptor. Auch bestimmte Gene, die für die Entgiftungsfähigkeit im Körper verantwortlich sind (z. B. Glutathion-S-Transferasen) lassen sich hier einreihen.

Was nützt Ihnen diese Information? Ist eine genetische Untersuchung aus Sicht der Biologischen Medizin für den therapeutischen Benefit der Hashimoto-Thyreoiditis sinnhaft? Eigentlich nicht, aber in einigen Fällen kann über die Genetik erklärt werden, warum ausgerechnet Sie an Hashimoto erkrankt sind und nicht Ihr Partner, der sich im Übrigen wesentlich schlechter ernährt. Nur in Einzelfällen klären Biologische Mediziner Genvarianten molekulargenetischMethode der Genetik, bei der definierte Abschnitte der DNA (Erbgut) oder die gesamte Erbsubstanz detektiert werden ab. Ziel dabei ist die bessere Abschätzung der Relevanz und Effektivität bestimmter Biologischer Methoden (z. B. Entgiftungsfähigkeit). Ihren eigenen Fokus sollten Sie darauf legen, an Faktoren wie Stressmanagement, Ernährung und Darmsanierung zu arbeiten, die Sie aktiv beeinflussen können!

 

Leaky gut – Bindeglied zwischen Darm, Immunsystem und Schilddrüse

Der Darm besitzt eigentlich bei nahezu jedem Hashimoto-Patienten eine zentrale Bedeutung. Der Darm ist das größte Immunorgan unseres Körpers. Hinter der Schleimhaut arbeitet eine riesige Maschinerie aus Immunzellen, das sogenannte Darm-assoziierte Immunsystem. Seine Funktionalität ist im Wesentlichen abhängig von einer intakten Darmflora. Eine Störung der physiologischenEntsprechend den normalen Abläufen und Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Gegenteil von Pathologisch = krankhaft Darmflora (Darm-Dysbiosegestörtes Gleichgewicht zwischen den Bakterienarten im Darm) führt auf Dauer zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Dieses Phänomen wird als Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut (durchlässiger Darm) bezeichnet. Fremdproteine und pathogeneeine Krankheit verursachend Keime können auf die Art und Weise unkontrolliert die Schleimhaut durchqueren und beschäftigen das Darm-assoziierte Immunsystem. Es wird überfordert, verliert an Toleranz und produziert proentzündliche Stoffe. Wichtigste Ursachen dafür sind industriell verarbeitete Lebensmittel, Süß- und Zusatzstoffe, Langzeitmedikamente (z. B. Säureblocker, Protonenpumpenhemmer, Abführmittel), Antibiotika, Schwermetalle sowie eine unzureichende Entwicklung der Flora durch Kaiserschnitt und mangelndem Kontakt zur Natur in der Kindheit. Welche Faktoren darüber hinaus entscheidend sind, erfahren Sie im Beitrag „Intakte Darmflora – Welche Faktoren sind entscheidend?„. Darm-Dysbiosen und das Leaky-gut-Syndrom sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet, aber nicht alle Menschen zeigen begleitende Symptome wie zum Beispiel Verdauungsstörungen! Für Sie als Hashimoto-Patient ist aber vor allem folgende Information wichtig:

Ein Leaky-gut-Syndrom kann nicht nur durch eine bakterielle Fehlbesiedelung von „außen“, sondern auch von „innen“ getriggert werden, nämlich über die Bauch-Hirn-Achse in Form von chronischem Stress!

 

So fördern Darm-Dysbiose und das Leaky-gut-Syndrom die Hashimoto-Thyreoiditis:

  • 20 % der Schilddrüsen-Hormone Thyroxin (T4) werden im Darm in die aktive Form Trijodthyronin (T3) umgewandelt. Dieser wichtige Stoffwechselschritt hängt von einer intakten Darmflora ab
  • Eine schlechte Verdauungsleistung vermindert die Aufnahme von Nährstoffen, die für die Schilddrüse wichtig sind (insbesondere Zink, Iod, Tyrosin, Selen, Vitamin A und Vitamin D)
  • Eine Darm-Dysbiose macht den Weg frei für die Ansiedlung von fremden Bakterien und Pilzen. Das Darm-assoziierte Immunsystem wird v. a. bei ausgeprägtem Leaky-gut-Syndrom vermehrt mit unverdaulichen Nahrungsbestandteilen (z. B. Gluten), Fremd-AntigenenMoleküle, die an jeweils spezifische Antikörper binden können bzw. die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt werden und gegen die Antikörper gebildet werden (z. B. Bestandteile von Viren, Bakterien und Hefen) und Nahrungsmittelzusatzstoffen konfrontiert. Dies führt dauerhaft zu einer chronischen Aktivierung und Überlastung. Das Darm-assoziierte Immunsystem reagiert mit Entzündung (silent inflammationSyn. chronisch stille Entzündungen: Versteckte Entzündungen im Organismus, Zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und Beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen)
  • Körperfremde Antigene wie Gluten oder Milcheiweiß besitzen molekulare Eigenschaften, die körpereigenen Gewebestrukturen ähneln (molekulares MimikryMolekulare Mimikry bezeichnet das Verbergen bakterieller, viraler oder parasitärer Oberflächenmoleküle vor der Immunabwehr des Wirts. Das molekulare Mimikry dient dazu, die Immunabwehr des Wirtes zu unterlaufen). Sie landen mitunter ungehindert unterhalb der Schleimhaut. Dieses Phänomen fördert die Bildung autoreaktiver T-Lymphozyten

 

Falls Sie selbst Betroffener der Hashimoto-Thyreoiditis sind, fragen Sie sich jetzt sicherlich wie wahrscheinlich es ist, dass auch Ihr Darm eine defekte Schleimhaut aufweist. Seien Sie sicher, nach der Erfahrung vieler Biologischer Mediziner zeigen die meisten Hashimoto-Patienten ein Leaky-gut-Syndrom. Schauen Sie doch einfach einmal nach! Eine gezielte Untersuchung ist unkompliziert aus einer Stuhlprobe möglich. Spätestens aber wenn Sie an Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder an Verdauungsbeschwerden, Reizdarm oder Flatulenz leiden, sollten Sie unbedingt eine Abklärung vornehmen. Alle notwendigen Informationen dazu finden Sie unter der Basismethode „Mikrobiologische Therapie/Darmsanierung“.

 

Warum Sie Informationen über das Leaky-gut-Syndrom weiter bringen

Sicherlich, das Schließen eines löchrigen Darms und damit die Beseitigung des Leaky-gut-SyndromsUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut allein heilt Ihren Hashimoto nicht! ABER die Darmsanierung ist ein ganz zentraler Therapiebaustein, der Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen sehr positiven Behandlungsschub bringt. Entzündungsreaktionen im Darm werden deutlich eingedämmt und führen in Kombination mit einer antientzündlichen Ernährung nachweislich zur direkten Absenkung so mancher Auto-Antikörper. Die meisten Patienten berichten über eine gewaltige Besserung, wenn Sie sich (zumindest eine zeitlang) glutenfrei ernähren. Machen Sie sich bewusst: Liegt bei Ihnen ein Leaky-gut-Syndrom vor, werden Sie ohne erfolgreiche Darmsanierung keine fundamentale Besserung Ihrer Autoimmunerkrankung erfahren; auch dann nicht, wenn Sie andere, weiterführende Methoden wie Entgiftung oder Orthomolekulare Therapie anwenden!

Die Beseitigung des Leaky-gut-Syndroms ist eine ganz zentrale Therapiesäule der Hashimoto-Thyreoiditis!

 

Die Darmsanierung interessiert Sie? Hier bekommen Sie einen ersten guten Überblick mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Darmgesundheit wiederherstellen können.

 

Chronischer Stress und Hashimoto

Chronischer Stress ist ein Riesenthema bei Hashimoto-Thyreoiditis. Nach der Auffassung vieler Biologischer Mediziner ist Dauerstress DIE Hauptursache für die Entstehung eines Hashimoto. StressorenFaktor, der Stress auslöst, die auf den Körper einwirken, setzen über sog. Stressachsen unser Stresssystem in Gang. Die Aktivierung des Stresssystems bedingt die Ausschüttung einer ganzen Maschinerie von Stress-Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin, DHEA oder Cortisol, die quasi jede einzelne Zelle im Körper unter Stress setzen. In extremen Stresssituationen merken wir die körpereigene Stressreaktion u. a. an vermehrtem Schwitzen, erhöhtem Herzschlag oder erhöhter Muskelspannung. Weniger bewusst machen wir uns allerdings chronischen, ständig präsenten Stress. Entscheidend für den Krankheitsprozess sind biochemische Reaktionen, die in jeder einzelnen Zelle in Gang gesetzt werden. Bedenken Sie, alle zellulären Stoffwechselabläufe werden durch chronischen Stress in irgendeiner Form direkt oder indirekt beeinflusst. Und zwar ohne, dass Sie es merken! So nach dem Motto:

Mensch im Stress – Zelle im Stress!

Welches sind solche Stressoren? Stressoren können ganz unterschiedlich sein. Sie sind immer subjektiv: Angst, Bedrohung, Mobbing, endogener Stress wie „Gefallen wollen“ oder Perfektionismus, Alltagsstress, beruflicher Stress, Umweltgifte oder ein nicht verarbeitetes Trauma. Bedenken Sie, nicht nur der real erlebte Stress ist dabei entscheidend, sondern auch ein gedanklicher Stress, der in diesem Moment überhaupt nicht erlebt wird. Es ist nur die Angst, das Gedankenkarusell, das uns Angst macht vor Dingen, die kommen oder die in der Vergangenheit waren. Unser Stresssystem ist an und für sich ein evolutionäres Relikt der „Kampf-oder Flucht“-Reaktion. Im Grunde eine geniale Erfindung, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. In Sekundenschnelle werden Energiereserven über den aktivierenden Teil des vegetativen NervensystemsSynonym für autonomes Nervensystem: Willentlich nicht beeinflussbares Nervensystem. Steuert lebenswichtige Prozesse wie die Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Körpertemperatur, Blutdruck und Herztätigkeit. Besteht aus Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) sowie dem Darmwandnervensystem. (SympathikusAktivierender Teil des Autonomen Nervensystems) mobilisiert. Leider ist das Stresssystem an unsere heutige Lebensweise nicht angepasst. Wird das Stresssystem in gesunder Art und Weise aktiviert, kann es sich nach Beendigung der Stresssituation ausreichend über den bremsenden Part Teil des vegetativen Nervensystems (ParasympathikusTeil des Autonomen Nervensystems (Erholungsnev))  erholen. Bei chronischem Stress ist der Erholungseffekt nicht mehr möglich und das Stress-System erschöpft. Allen Stressfaktoren gemeinsam ist die Förderung von Autoimmunprozess und DegenerationFunktionelle und/oder morphologische Veränderungen einer Zelle, eines Gewebes, eines Organs oder des gesamten Organismus, die im Vergleich zur vollen Leistungsfähigkeit eine Verschlechterung darstellen der Schilddrüsenzellen. Dies erfolgt direkt und indirekt.

 

Folgen von chronischem Stress sind mitunter:

  • Umprogrammierung des Immunsystems
  • Leaky-gut-Syndrom
  • Mikronährstoffmängel
  • oxidativer Stress
  • Entzündungsneigung
  • Hormonmangel

 

Sie interessieren sich für das Thema Stress und Stressachsen? Unter der Bassismethode Psyche/Erholung finden Sie dazu ausführliche Informationen!

Von der Nebenniereninsuffizienz zur Nebennierenerschöpfung: Wie Cortisol Ihren Hashimoto anheizt

Sehen wir uns die Folgen von chronischem Stress einmal am Beispiel des Hormons Cortisol an:

Die Nebenniere ist das wichtigste Erfolgsorgan der Stressbewältigung. Sie ist unter anderem für die Ausschüttung von Cortisol zuständig. Cortisol schützt den Körper vor exzessivem Stress durch Erhöhung des Blutzuckerspiegels, durch Entzündungshemmung, Blutdruckerhöhung sowie Unterdrückung überschießender Immunreaktionen bzw. Autoimmunreaktionen. Vielleicht kennen Sie den Stoff Cortisol aus dem medikamentösen Behandlungsbereich? Es wird z. B. bei Neurodermitis als entzündungshemmende Cortison-Creme eingesetzt. Die Steuerung des Stresssystems unterliegt, wie viele hormonelle Systeme, einem Regelkreis mit negativem Rückkopplungssystem. Ist die Stressbelastung hoch, wird viel Cortisol ausgeschüttet, damit das Stresssystem nicht überschießt. Cortisol ist somit das bedeutendste Anti-Stress-Hormon im Körper. Exzessiver Stress bedingt also zunächst hohe Cortisolspiegel ohne normale Tagesrhythmik, später dann (mit zunehmendem Regulationsverlust) die Nebennierenerschöpfung mit einer ungenügenden Cortisol-Produktion. Und hier kommt nun der Zusammenhang:

Ein veränderter Cortisolspiegel beeinflusst die Produktion der Schilddrüsenhormone

 

Der anfänglich erhöhte Cortisolspiegel blockiert die Umwandlung von freiem L-Thyroxin T4 (fT4) in die benötigte Hormonform, dem freiem Trijodthyronin T3 (fT3). Um nicht zu schnell „auszubrennen“, fährt der Körper quasi die Bildung des aktiven Schilddrüsenhormons T3 zu Gunsten der biologisch unwirksamen Form, dem rT3 (reverses T3) herunter. rT3 wiederum zeigt dann wieder eine Cortisol-ähnliche Wirkung. Patienten mit hohen rT3-Werten profitieren deshalb in vielen Fällen von einer kombinierten T3/T4 Hormonsubstitution.

 

Das war kompliziert? Dann reduzieren Sie Ihr „Key-Takeaway“ auf folgenden Sachverhalt:

V. a. wenn chronischer Stress bei Ihnen eine ursächliche Rolle spielt, reicht es nicht aus, ausschließlich mit dem Vorläuferhormon L-Thyroxin (T4) zu behandeln. Nach anfänglichem Therapieerfolg treten typische Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion oftmals schon nach kurzer Zeit wieder verstärkt auf. Bedenken Sie außerdem, dass die künstlich induzierte Stoffwechselbeschleunigung Nebennieren noch zusätzlich belastet. Jahre später zeigen viele Hashimoto-Patienten dann eine Nebennierenerschöpfung, der Startschuss für proentzündliche Reaktionen im Körper. Der Cortisol-Mangel und die proentzündlichen Reaktionen sind letztendlich für das Absterben des Schilddrüsengewebes mitverantwortlich.

 

Die Ignoranz und Nicht-Behandlung einer chronischen Aktivierung des Stresssystems lässt Sie Ihren Hashimoto als gesundheitliche Abwärtsspirale wahrnehmen. Neben den Symptomen der Hashimoto-Thyreoiditis werden Symptome der Nebennierenschwäche oder Erschöpfung dazukommen. Dazu gehören auch depressive Zustände!

 

Symptome einer Nebennierenerschöpfung sind relativ unspezifisch:

  • Müdigkeit, hohes Schlafbedürfnis
  • Erschöpfung
  • Depression/Burnout
  • Reizbarkeit
  • Verminderte Libido
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Infektanfälligkeit
  • Hohes Verlangen nach zuckerhaltigen Snacks

 

Nehmen Sie chronischen Stress bitte ernst! Es gibt Therapeuten, die propagieren, dass Sie einen Hashimoto bereits durch ein besseres Stressmanagement in den Griff kriegen können. Sie glauben nicht, dass Stress ein Thema bei Ihnen ist? Mit Hilfe einfacher Tests (z. B. Messung der Herzratenvariabilität (HRV) oder Cortisol-Tagesprofil) können Sie schnell und einfach nachvollziehen, welchen Stellenwert chronischer Stress in Ihrem Leben spielt. Alle Informationen dazu finden Sie demnächst auf andrino.

 

Warum habe ich auf einmal Konzentrationsschwierigkeiten und Depressionen?

Leiden auch Sie, wie viele Hashimoto-Patienten, an Konzentrationsschwierigkeiten? Das ist keineswegs verwunderlich. Proentzündliche Vorgänge im Körper greifen auch in den NeurotransmitterBiochemische Stoffe (Botenstoffe), die Signale von einer Nervenzelle zu einer anderen Nervenzelle oder Zelle weitergeben, verstärken bzw. modulieren. -Stoffwechsel ein und führen zum Abbau von Hirngewebe. Die wichtigsten Neurotransmitter (Botenstoffe) sind Serotonin und Dopamin. Für die Herstellung der Neurotransmitter sind im Übrigen Bakterien einer gesunden physiologischen Darmflora notwendig! Gleichermaßen wirkt eine mangelnde Steuerung des Blutzuckers, die u. a. durch Nebennierenschwäche und Cortisol vorangetrieben werden. Depressionen und schlechte Gedächtnisleistungen sind logische und häufige Nebenwirkungen.

 

 

Wie wichtig sind Mikronährstoffe?

Im Internet findet man unzählige Tipps zu Nahrungsergänzungsmitteln (in der Biologischen Medizin Mikronährstoffe), die man als Hashimoto-Patient einnehmen sollte. Ist das wirklich notwendig und wenn ja, welche Mikronährstoffe bringen wirklich Erfolg?

Pauschal lässt sich diese Frage schwierig beantworten. Allgemeingültig ist allerdings die Tatsache, dass Mikronährstoffmängel in unserer Gesellschaft weit verbreitet sind und quasi bei jeder chronischen Erkrankung eine Rolle spielen. Mikronährstoffmängel können Ursache aber auch Folge einer chronischen Erkrankung sein. Aber ja, es gibt einige Mikronährstoffmängel, die im Verdacht stehen eine Hashimoto-Thyreoiditis zu fördern. Dazu gehören vor allem Iod, Selen und Vitamin D.

Viele Hashimoto-Patienten zeigen z. B. eine eine symptomatische Besserung nach einer Hochdosis-Selentherapie. Selen ist ein wichtiges AntioxidansPl. Antioxidanzien: Verlangsamen oder verhindern als Radikalfänger die Oxidation anderer Substanzen und unterstützt u. a. die Schilddrüse bei der Entradikalisierung von oxidativem StressStoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen (Radikalen) gekennzeichnet ist. Darüber hinaus ist die Umwandlung des Speicherschilddrüsenhormons T4 in T3 Selen abhängig. Proentzündliche Vorgänge in der Schilddrüse sowie der dauerhaft erhöhte Radikalstress erschöpfen außerdem Mikronährstoffe, die als Coenzyme für entradikalisierende Enzymsysteme fungieren. Dazu gehören z. B. B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin E. Hinzu kommen antioxidative und immunmodulierendeSynonym für immunogen. Substantiv = Immunogenität: Fähigkeit eines Antigens, eine Immunantwort auszulösen (d.h. Stimulation des adaptiven Immunsystems mit Antikörperproduktion). Eine Substanz ist gar nicht, stark oder schwach immunogen. Substanzen. Auch Hochdosisgaben von Vitamin D im Rahmen des Cohimbra-Protokolls konnten bereits sehr große Erfolge bei der Hashimoto-Therapie verzeichnen. Bedenken Sie aber immer, dass eine Orthomolekulare Therapie nur erfolgreich ist, wenn Sie individuell, bedarfsgerecht und in der richtigen Kombination angewendet wird. Handeln Sie hier bitte niemals in Eigenregie!

 

Im Überblick: Ein Vitalstoffmangel bei der Hashimoto-Thyreoiditis kann aus drei Gründen entstehen:

  • Unzureichende Versorgung durch verarbeitete Lebensmittel mit niedriger Nährstoffverfügbarkeit
  • Mangelnde Aufnahme durch Darm-DysbiosenKrankheitsprozess, der durch eine, qualitativ oder quantitativ von der Norm abweichende Bakterienflora im Darm (Ungleichgewicht der Darmflora) ausgelöst wird und Leaky-gut-Syndromugsp: „löchriger Darm“: geschädigte Barriere der Darmschleimhaut
  • Erhöhter Verbrauch durch das Fortschreiten von pathologischen Prozessen wie Erschöpfung des Stresssystems, oxidativer und nitrosativer Stress Oxidativer Stress bezeichnet im Allgemeinen eine Stoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen (Radikalen) gekennzeichnet ist. Nitrosativer Stress stellt eine verstärkte Form des oxidativen Stresses dar, bei der besonders aggressive Radikale entsteheoder proentzündliche Vorgänge

 

 

Jod- und Selenmangel: Eine tödliche Kombination

Eine Sonderstellung auf der Liste der Nahrungsergänzungsmittel nehmen Jod und Selen ein. Ein Defizit der beiden Mikronährstoffe greift gravierend in den Hormonstoffwechsel der Schilddrüsenzellen ein und verstärkt massiv den oxidativen StressStoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen (Radikalen) gekennzeichnet ist im Zellinneren. Viele Biologische Mediziner beobachten vor allem in Bezug auf Jod einen klaren Zusammenhang. Deutschland ist absolutes Jodmangelgebiet und die Anzahl der Autoantikörper sinkt in vielen Fällen gewaltig unter einer adäquaten Jodtherapie. Mehr zum Thema Jod und seine Relevanz im Bezug auf eine fundamentale Hashimoto-Therapie finden Sie im Beitrag „Jod Supplementation bei Hashimoto – Top oder Flop?“

 

Warum Vitamin D für Hashimoto-Patienten unerlässlich ist

Wissen Sie eigentlich wie hoch Ihr Vitamin-D-Spiegel ist? Das sollten Sie unbedingt in Erfahrung bringen! Der Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und der Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis konnte durch multiple Studien bereits eindrucksvoll gezeigt werden. Ein Großteil unserer Bevölkerung leidet an einer Vitamin D-Unterversorgung. Überlegen Sie einmal: Legen Sie sich von März – Oktober täglich 10 min mit nacktem Oberkörper ohne Sonnencreme ins Freie? Und falls Sie nicht zu den glücklichen Menschen gehören, die ihre Wintermonate unter der Sonne des Südens verbringen oder bereits Vitamin D supplementierenAlt. Nahrungsergängungsmittel: Supplementation: Gezielte und ergänzende Versorgung mit einzelnen Nährstoffen. Entsprechende Produkte bezeichnet man als Supplements [sing. Supplement], ist ein Mangel auch bei Ihnen sehr wahrscheinlich. Lassen Sie sich bitte unbedingt testen! Denken Sie daran, erst ab einem Spiegel von 55 ng/ml sind Sie ausreichend versorgt!

Fakt ist: Eine unzureichende Vitamin D-Versorgung korreliert mit der Anwesenheit von Schilddrüsen-Autoantikörpern. Wo ist die Verbindung?

 

So fördert eine Vitamin D-Unterversorgung die Hashimoto-Thyreoiditis:

  • Vitamin D ist ein wichtiger Wachstumsfaktor für Ihre Darm-Schleimhautzellen. Darmzellen erneuern sich alle 4 – 6 Tage, da sie ständig einem Bombardement aus Toxinen, Krankheitserregern und Nahrungsproteinen im Darm ausgeliefert sind. Eine unzureichende Regeneration begünstigt das Leaky-gut-Syndrom und silent inflammationsSyn. chronisch stille Entzündungen: Versteckte Entzündungen im Organismus, Zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und Beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen.
  • Vitamin D hat im Darm darüber hinaus eine wichtige entzündungshemmende Funktion. Bestimmte Zellen des Immunsystems, die regulatorischen T-Zellen, unterdrücken solche Entzündungen. Für deren Reifung wird allerdings Vitamin D benötigt.
  • Auch ist Vitamin D als Cofaktor an der Bildung von Serotonin beteiligt. Im Darm hat Serotonin eine regulierende Wirkung auf Entzündungen.

 

Eine ausreichender Vitamin D-Spiegel hat bei der Behandlung einer Hashimoto-Thyreoidits wirklich oberste Priorität! Im Beitrag „Ein Star der Biologischen Medizin: Vitamin D – Das Sonnenvitamin mit echtem Präventions- und Therapiecharakter“

 

Syn: entzündungsprovozierend: Eine proinflammatorische Situation entsteht über eine Aktivierung des Immunsystems, das vermehrt Wachstumsfaktoren (Zytokine) auschü

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Die Ernährung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei quasi jeder chronischen Erkrankung. Besonders bei der Hashimoto-Thyreoiditis nimmt sie eine zentrale Stellung ein. Warum? Nun, gerade bei Vorliegen eines Leaky-gut-Syndroms heizt eine „falsche Ernährung“ die chronische Entzündung Ihres Darm-assoziierten Immunsystems unterhalb der Schleimhaut erst so richtig an. Problematisch sind dabei vor allem Gluten, Milch, tierisches Eiweiß mit hohem Fleischanteil, Zucker, einer hohen Last an Omega-6-Fettsäuren und womöglich noch versetzt mit Farb- und Konservierungsstoffen. Eine antientzündliche Ernährung bestehend aus pflanzlicher Kost, Kohlenhydrat-reduziert und glutenfrei wird daher eigentlich von jedem Biologischen Mediziner empfohlen. Viele Patienten erleben schon alleine durch eine Ernährungsumstellung tolle Resultate. Probieren Sie es doch einmal aus! Eine ballaststoffreiche Kost fördert gleichzeitig die Stabilisierung Ihrer physiologischen Darmflora und hebt Ihren Serotoninspiegel. Die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung ist für viele Patienten am Anfang eine große Umstellung, lohnt sich aber. Wie lange die Glutenfreiheit erhalten werden muss, kann im Einzelfall entschieden werden. Menschen mit genetisch bedingter Glutensensitivität sollten versuchen ihre Ernährung dauerhaft anzupassen. Alle anderen können versuchen, Gluten nach erfolgreicher Darmsanierung wieder einzuschleichen. Sie werden selbst merken, wie Sie sich damit fühlen!

Auch Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen IndexAbkürzung = Glyx: Maßstab für den Blutzuckeranstieg nach der Nahrungsaufnahme sollten auf ein Minimum reduziert werden. Sie fördern dadurch ständig hohe Insulinfluten im Blut. Insulin fördert die Cortisol- und Adrenalinproduktion der Nebennieren. Sie heizen so Ihr Stresssystem noch zusätzlich an! Insulin hemmt außerdem die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in T3 und reduziert den Vitamin C-Gehalt in den Zellen. Magnesium-, Natrium- und Calciummangel können ebenfalls Folgen einer Insulinresistenz sein, mit dem Ergebnis eines erhöhten Risikos für Bluthochdruck, Wassereinlagerungen, Ödeme und Herzrhythmusstörungen. Hinzu kommen Nährstoffmängel sowie die Verschiebung des Darm-Milieus mit Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut und chronischen Entzündungen des Darm-assoziierten Immunsystems (silent inflammationsSynonym für chronisch stille Entzündungen. Versteckte Entzündungen im Organismus, zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen). Doch damit nicht genug, Insulinfluten können das Immunsystem sogar direkt beeinflussen und bedingen eine Überproduktion von Immunzellen (B-Zellen). Dieses Ungleichgewicht wird als TH2-Dominanz (s. u.) bezeichnet.

 

Wie genau fördert Gluten meinen Hashimoto?

Immer wieder hört man, dass eine glutenfreie Ernährung bei Hashimoto Besserung bringen kann. Was ist der Hintergrund? Vor allem bei Vorliegen eines Leaky-gut-Syndroms kann der Verzicht auf Gluten „silent inflammations“ unter der Schleimhaut eindämmen. Gluten hat durch seine Molekülstruktur stark allergene Eigenschaften und damit proentzündliches Potential. Darüber hinaus scheint das Gliadin des Weizens eine ähnliche Struktur zu bestimmten Schilddrüsen-Proteinen zu haben. Dieses Phänomen wird als Molekulares MimikryVerbergen bakterieller, viraler oder parasitärer Oberflächenmoleküle vor der Immunabwehr des Wirts. Das molekulare Mimikry dient dazu, die Immunabwehr zu unterlaufen bezeichnet. Antiköper, die gegen Gluten gebildet werden, wenden sich dann vermehrt auch gegen Proteine der Schilddrüse, was den Autoimmunprozess verstärkt. Bei Menschen mit erhöhter Glutensensitivität oder gar genetisch bedingter Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) kann Gluten bei Konsum die Schleimhaut direkt schwächen und das Leaky-gut-Syndrom aktiv fördern.

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen einer zumindest vorübergehenden Glutenkarenz, v. a. bis zur Beseitigung des Leaky-gut-Syndroms.

 

Umweltgifte und Medikamente

Alkohol, Nikotin, Arzneimittel aber auch Pestizide, Emulgatoren, Süßstoffe und Geschmacksverstärker, Schwermetalle und Medikamente v. a. bei Langzeiteinnahme wirken nachweislich in unserem Körper toxisch. Nach und nach beeinflussen sie zunächst die wichtigen Transport- und Signalfunktionen unseres Bindegewebes (Grundgewebes)Synonym für Bindegewebe, Grundsubstanz, Zellmatrix, Gewebematrix oder Pischinger Raum: Nach Biologisch medizinischer Auffassung Drehscheibe der Information und des Stoffaustausches. „Raum“ außerhalb der Zellen. Zentrale Transitstrecke zwischen Gefäßssystem und Zelle mit wichtigen regulativen Funktionen und später die Zellen selbst. Eine latente Vergiftung ist praktisch bei jeder chronischen Erkrankung relevant. Einen besonderen Stellenwert nehmen sie allerdings bei hartnäckigen Erkrankungen ein, die nach Reckeweg über dem Biologischen Schnitt liegen, also bei denen z. B. bereits degenerativeFunktionelle und/oder morphologische Veränderungen einer Zelle, eines Gewebes, eines Organs oder des gesamten Organismus, die im Vergleich zur vollen Leistungsfähigkeit eine Verschlechterung darstellen Prozesse eingesetzt haben. Dazu gehört auch die Hashimoto-Thyreoiditis.

 

Warum ist die Entgiftung bei Hashimoto von so extremer Bedeutung?

  1. Umweltgifte, besonders Schwermetalle und Langzeitmedikamente, schwächen und eliminieren unsere physiologische DarmfloraMikroflora im Darm. Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen. Auf die Art und Weise fördern sie eine durchlässige Darmschleimhaut, öffnen sie die Tore für Pilze, Parasiten und Viren und schwächen bzw. überfordern das Darm-assoziierte Immunsystem.
  2. Schwermetalle können AntigeneMoleküle, die an jeweils spezifische Antikörper binden können bzw. die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt werden und gegen die Antikörper gebildet werden chemisch verändern. Während ohne Anwesenheit von Schwermetallsalzen der richtige Teil des Antigens von T-Zellen angegriffen wird, reagiert das Immunsystem nach dem Kontakt mit Quecksilber verstört: Es greift auch Teile des Antigens an, die nicht bekämpft werden sollten.
  3. Schwermetalle fördern proentzündliche Vorgänge im Körper und schädigen direkt Strukturen der Energiegewinnung in den MitochondrienBestandteile der Zelle, die Energie freisetzten in Form von Adenosintriphosphat. Eine mitochondriale DysfunktionFunktionsstörung der Mitochondrien, die mit einem Energieverlust einher geht. Vorstufe einer sekundären Mitochondriopathie fördert das Absterben des

Immunmodulation: TH1/TH2-Dysbalance

T-Helferzellen sind eine Gruppe der T-Lymphozyten im Blut, die für das Immunsystem eine Helferfunktion haben. Sie werden anhand der von ihnen ausgeschütteten ZytokineKurzlebige Wachstumsfaktoren, die vom Immunsystem freigesetzt werden und Stärke sowie Dauer der Immunantwort regulieren (proentzündlichen Stoffen) in zwei wichtige Untergruppen eingeteilt. Eine Subpopulation (T-Helferzellen vom Typ1) ist an der erworbenen Immunantwort beteiligt, während die andere Untergruppe (T-Helferzellen vom Typ2) an der angeborenen Immunantwort beteiligt ist. Ein weiterer T-Helferzelltyp wurde im Jahr 2005 entdeckt. Dieser Typ spielt eine Rolle bei der Regulierung von Entzündungsvorgängen. Nur wenn die T-Helferzellen in der richtigen Balance miteinander arbeiten, können pathogene Erreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) und oder entartete und gealterte körpereigene Zellen effektiv erkannt und eliminiert werden sowie intakte Körperzellen, kommensale Erreger (z. B. Herpesviren, Candida, Normalflora) und nicht pathogene Antigene (z. B. Allergene) ebenfalls erkannt aber toleriert werden. Versagt die Toleranz, entstehen chronisch entzündliche Erkrankungen, so auch Hashimoto-Thyreoiditis. Bei quasi allen Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis ist die TH1/TH2-Balance aus dem Ruder gelaufen. Das Gleichgewicht hat sich dann entweder zugunsten der TH1-Zelen (TH1-Dominanz) oder in vielen Fällen zugunsten der TH2-Zellen (TH2-Dominanz) verschoben. Chronische Infektionen (z. B. Epstein-Barr-Virus) oder diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten können dieses Gleichgewicht negativ beeinflussen. So ist eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus zwar nicht als Ursache einer Hashimoto-Thyreoiditis anzusehen, durchaus aber als ein zusätzlicher Trigger.

Gut informierte Biologische Mediziner messen in der Regel die TH1/TH2-Balance laboranalytisch und stimulieren die jeweils benachteiligten T-Helferzellen mit immunmodulierenden Substanzen. Auf die Art und Weise therapieren sie direkt an der Basis.

 

Unser andrino Tipp zu Hashimoto

Die Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind mannigfaltig. Wenn Sie die Ursachen aber gewichten müssten, bestimmen müssten, welche Hähne am „Hashimoto-Fass“ als erstes zugedreht werden sollten, müssen Sie als erstes an chronischen Stress, Jod- und Selenmangel, Vitamin D-Mangel, falsche Ernährung in Kombination mit dem Leaky-gut-SyndromUmgangssprachlich „löchriger Darm“. Geschädigte Barriere der Darmschleimhaut denken. Versuchen Sie die genannten Punkte in den Fokus Ihrer Therapie zu stellen und fangen Sie mit dem Darm an.

Halten Sie sich noch einmal vor Augen, alle ursächlichen Faktoren des Morbus Hashimoto führen zur Aktivierung von zentralen pathologischen Prozessen im Körper, dazu gehören:

  • Verlust der gesunden natürlichen Toleranz des Immunsystems
  • proentzündliche Vorgänge (silent inflammationsSynonym für chronisch stille Entzündungen. Versteckte Entzündungen im Organismus, zunächst ohne klinische Symptomatik. Beschäftigen und beeinflussen das Immunsystem. Wichtige Trigger für chronische Erkrankungen)
  • oxidativer Stress und sekundäre MitochondriopathieDurch Umwelteinflüsse erworbene Mitochondriopathie (möglicherweise lokal in den Schilddrüsenzellen)Durch Umwelteinflüsse erworbene Mitochondriopathie

 

Die rein symptomatische Therapie mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) behandelt keinesfalls die Ursache Ihrer Erkrankung. Machen Sie sich bewusst, der Autoimmunprozess gegen Ihre Schilddrüse und das fortschreitende Absterben Ihrer Schilddrüsenzellen sind in Ihrem Körper weiterhin im Gange, auch wenn Sie sich mit der Einnahme von synthetischen Schilddrüsenhormonen zunächst besser fühlen. Für eine fundamentale Hashimoto-Therapie müssen Sie es sich zur Aufgabe machen, die tatsächlichen Ursachen ausfindig zu machen. Und wissen Sie was, das ist gar nicht so schwierig. Die Biologische Medizin hat dafür fantastische diagnostische Möglichkeiten. Mikronährstoffmängel von Jod und Selen decken Sie beispielsweise durch eine Mineralstoffvollblutanalyse auf, eine defekte Darmschleimhaut über spezielle Leaky-gut-Marker, die Folgen von chronischem Stress über eine Langzeit HRV-Messung (Herzratenvariabilität) oder über ein Cortisol-Tagesprofil. Stöbern Sie auf andrino, dort finden Sie nach und nach ausführliche Informationen zu allen LaborparameternSynonym für Laborwert, Marker. Quantitatives oder qualitatives Ergebnis einer Untersuchung von Körpermaterialien (z.B. Blut, Urin), im erweiterten Sinn auch der Messung von Körperfunktionen.

Gehen Sie die Sache strukturiert an! Am besten klappt dies durch eine ausführliche Anamnese, die Sie zusammen mit einem geeigneten Therapeuten erheben. Machen Sie sich am Besten bereits vorab Gedanken, v. a. über Ihre Ernährung, über Ihr Stresslevel- und Stressmanagement. Nutzen Sie dazu doch einfach unsere andrino Anamnesebogen und nehmen Sie das ausgefüllte Formular mit in die Praxis. Suchen Sie sich einen Therapeuten, der sich mit folgenden Basismethoden auskennt: Darmsanierung, Ernährung, Orthomolekulare Therapie und Psyche/Erholung. Am besten wäre ein Ansprechpartner der sich auf Autoimmunerkrankungen spezislisiert hat. Solche Therapeuten bieten im besten Falle sogar eine bioidentische Hormontherapie an.

 

Folgende Literatur diente als Grundlage für diesen Artikel und kann Ihnen tiefergründiges Wissen verleihen:,,,,,,,,,,,,,,,,,

Welche Methoden sind bei Hashimoto empfehlenswert?

Expertenwissen zum Thema

Einführung in die Biologische Medizin

Katharina Eirich hat Diplom-Biologie studiert und ein medizinisches Aufbaustudium absolviert. Als Fachhumangenetikerin besitzt sie fundamentales biochemisches, medizinisches und genetisches Wissen und hat mehrjährige Expertise im Bereich der humanen genetischen Labor-Diagnostik. Katharina brennt dafür, die Mechanismen chronischer Erkrankungen für Laien simpel und nachvollziehbar aufzuarbeiten.




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